Weihnacht
Dezember 2022

Wie jedes Jahr um diese Zeit –
Weihnachten ist nicht mehr weit –
denken nur wenige Menschen daran,
wie vor zweitausend Jahren alles begann.
Laufen und hetzen und hasten fürs Fest
ist, was sie nicht zur Ruh’ kommen lässt.

In der Stadt herrscht ein Treiben da und hier,
der Kaufhof ist voll mit Tand und Zier,
die Fassade leuchtet und blinkt durch die Nacht
und davor hat ein Händler sich daran gemacht,
Christbäume zu bieten. Er grinst in sich rein,
das Geschäft könnt‘, so denkt er, besser nicht sein.

Ein Weiblein kommt zögernden Schrittes daher,
der Mantel zerschlissen, ihr Atem geht schwer,
Runzeln und Falten überzieh‘n ihr Gesicht,
die Hände, sie zittern, die Finger quält Gicht,
die Schuhe sind löchrig, ihre Haube zu dünn.
Der Händler wirft böse Blicke ihr hin,
„Christbäume“, schreit er, „gibt’s günstig, nur heut’!“
„Pack dich fort, Alte, du vertreibst mir die Leut’“,
zischt leis‘ er zum alten Weiblein sodann,
und schaut voll Verachtung und zornig sie an.

Wollt’ fragen nur höflich, gnädiger Herr,
wie teuer denn diese Tanne da wär?“
Sie zeigt auf ein Bäumchen recht klein und gar dürr,
es findet sich wohl kein Käufer dafür.
„Du Bettelweib, altes, was bildest dir ein?
Alles hier wird zu teuer dir sein!
Geh weg, Alte, nichts bekommst du von mir,
du störst mein Geschäft! Verschwinde von hier!“

Traurig sieht sie ihn an und will geh’n,
doch ein Herr nähert sich und sieht das Gescheh’n,
ein edler Herr in feinem Gewand.
Er nimmt das Weiblein sanft an der Hand
und schaut dem Händler ernst ins Gesicht.
„Du verstehst den Sinn von Weihnachten nicht!
Zum Glück sind nicht alle Händler wie du,
nur schaffen und raffen in einem zu!“,
ruft er und zieht über die Straße die Frau
zum nächsten Christbaumhändler. „Schau,
hier suchst du einen Baum dir aus!
Nimm ihn als mein Geschenk nach Haus.“

Das Weiblein sieht gerührt ihn an.
„Was sind sie für ein guter Mann!“
Sie schaut zum Himmel hoch voll Freud,
von wo’s in dicken Flocken schneit.
„Frohe Weihnachten“, ruft sie und strahlt wie ein Kind,
„und Frieden den Menschen, die guten Willens sind!“

Schneelandschaft am Fluss

 

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