Gestatten, mein Name ist Hamster!

Das ist die Leseprobe zum Buch
»Gestatten, mein Name ist Hamster!« von Edith Mair
ISBN 978-3-7526-7048-6

Inhalt des Buches

Das putzige Hamstermädchen Billie erzählt vergnügliche Geschichten aus ihrem Leben. Ausführlich beschreibt die kleine Hamsterdame ihr Dasein im Käfig und in ihrem »Revier«.
Billie lässt uns an ihren Streifzügen teilhaben und schildert ihre Klettereien in luftigen Höhen. Sie hat viel Spaß mit ihrem »Frauli« und hält es ordentlich auf Trab! Eines Nachts entwischt Hamsterchen aus dem Käfig – und plumpst in den Mülleimer!
Lauthals beschwert sie sich, wenn »Frauli« sie in die Hand nimmt – das mag sie nicht! Und Billie mault ausgiebig über das ungeliebte Käfigputzen. Sie klärt Missverständnisse zwischen Hamstern und Menschen auf und gibt Tipps, wie sich ein Hamster sein Leben mit den Menschen vorstellt.
Billie berichtet von ihrem kleinen Universum, das sich um Fressen, Schlafen und viel Bewegung dreht. Und das drollige Fellknäuel ist recht erfinderisch darin, das »Frauli« zu necken.
Kinder und Erwachsene haben Spaß an den fröhlichen Hamstergeschichten!

Die Kapitel:

Die Ankunft ……… 9
Besuch ……… 13
Aus klein wird groß, hurra! ……… 18
Freiheit! ……… 24
DUU! KAANNST! NIICHT! VOORBEII! ……… 31
Spiel und Spaß mit Frauli ……… 35
Aua, Bauchweh! ……… 40
Hin und her und rauf und runter ……… 46
Billie auf Nachtausflug ……… 57
Pfui Teixl eini! ……… 64
Großreinemachen – nein, danke! ……… 74
Frauli ist böse auf mich ……… 80
Leb wohl, kleine Billie ……… 85
Nachwort für junge Leserinnen und Leser ……… 91

Die Ankunft

Mich will es haben? Im Ernst?
Mich?
Ich bin in einer Tierhandlung. Meine Geschwister und ich, Cousins, Cousinen und weitere Verwandte und Bekannte, wir alle sind in einem großen Käfig. Wenn Menschenwesen kommen, rätseln wir, wen von uns es erwischt. Das Wesen, das uns füttert, öffnet den Käfig und greift rein. Wir laufen wild durcheinander und schauen, dass wir wegkommen und uns verstecken können.
Aber die große Vorderpfote schnappt einen von uns. Immer. Die Menschenwesen nehmen das arme Würstchen mit und gehen wieder. Was mag mit diesem Hamster passieren? Wir erfahren es nie.
Letztes Mal hat es den grauen Grobian erwischt, der uns alle immer von der Futterschüssel wegdrängt und sich die besten Leckerlis schnappt. Na, dem weinen wir keine Träne nach.
Und dieses Menschenwesen will jetzt mich! Weg da! Weg alle, ich will rein in den hohlen Baumstamm, iiich! Ich will mich verstecken! Rette sich, wer kann! Schubs mich nicht, Cousin Langzahn! Wer hält sich da an meinem Schwänzchen fest? Aua, Braunchen, du stehst auf meinem Fuß!
Oh je, das Fütterwesen nimmt den Baum, hebt ihn hoch und schüttelt ihn! Niicht! Aber ich halte mich fest. Ich lasse nicht los. Ich laffe nifft lof und halte miff mit meinen Tfähnen ganf feft!
Die anderen purzeln der Reihe nach aus dem Baumstamm raus. Ihr Luschis! Oh je, festhalten hat nix genützt. Ich komme samt meinem hohlen Baum in einen Käfig. Aber ich bleibe im Baum und komme niiie mehr heraus, dass du es nur weißt, du unbekanntes Menschenwesen!

Besuch

Ich glaube, wo ich jetzt bin, werde ich für die nächste Zeit bleiben. Ich wüsste nicht, wie ich von hier wieder wegkommen könnte.
Zum Glück bin ich allein in meinem Käfig. Dieses Frauliwesen hat aus der Tierhandlung keine meiner Schwestern und Brüder oder Cousins und Cousinen mitgenommen. Das könnte ich nicht leiden!
Wir Hamster wollen lieber für uns allein sein, wir sind ja keine Meerschweinchen. Es hat mich in der Tierhandlung so genervt, das Futter mit anderen Hamstern teilen zu müssen. Und dieses andauernde Kuscheln und Schmusen! Das hält ja keiner aus!
Na, mal sehen, wie es hier weitergeht. Ich bin dann doch heimlich aus meinem hohlen Baum herausgekrochen, bin zum Futternapf geschlichen und habe mich ordentlich satt gefressen. Die Backen habe ich mir so rasch wie möglich vollgestopft und bin – zack – wieder zurück in mein Versteck gesaust. Mmmh! Das hat mir geschmeckt.
Heute sind zwei Menschenwesen zu Frauli gekommen. Beide haben genauso buntes Fell wie das Frauliwesen. Ich glaube, es wächst ihnen auch täglich in anderen Farben nach.
Es dürfte sich um ein Weibchen und ein Männchen handeln. Das Weibchen erkenne ich am langen Fell, das ihm am Kopf wächst. Und durch mein Fütterwesen weiß ich, dass die Männchen mit tiefer Stimme sprechen. Dieses hier ist wahrscheinlich noch jünger, denn seine Stimme ist noch nicht so tief. Die Gäste sagen nicht »Frauli« zu meinem Frauliwesen, die beiden nennen es anders. Das verstehe ich nicht.
Ich will mutig sein – und mit meinem Käfig angeben – und krabble aus meinem hohlen Baumstamm, in dem ich mich weiterhin verstecke. Es ist für mich zwar tiefe Nacht, aber ich habe noch Probleme damit, durchzuschlafen. Ich laufe ein bisschen im Käfig herum und die Menschenwesen begrüßen mich freudig.
»Mah so liab!«
»Schau dir bitte seine schwarzen Augerl an!«
»Der Popi, wie der wackelt, wenn er läuft!«
»Und das Stummelschwanzerl!«

Freiheit!


»Mei, wie liab!«, ruft Frauli in einem fort.
Sie meint mich, hihi! Da! Dieser riesengroße Kasten schaut interessant aus und ich will herausfinden, was dahinter ist! Pffffffff, ausatmen, flach machen und unten durch. Frauli quietscht, sie scheint begeistert zu sein, weil ich mich so platt machen kann.
»Illi, homm raussa, ha fin Stromkabeln unn Steckdosen!«, ruft sie mir nach.
Ich weiß nicht, was sie meint. Vielleicht hat sie auch etwas anderes gesagt. Ich geb’s zu, ich habe nicht so genau hingehört. Egal, so wichtig wird es nicht gewesen sein. Ich habe keine Ahnung, was »Steckdosen« und »Stromkabeln« heißt, ich glaube, so feuern die Menschenwesen einander an. Was sollte die Frauli denn sonst meinen, wenn ich mich so superflach machen kann und megageschwind unter dem Kasten nach hinten sause?
»Hopp! Hopp! Schneller! Schneller! Du schaffst das!«, würden halt wir Hamster rufen, aber was weiß ich von den Menschenwesen?
Hoppla, was schubst mich denn da? Uups! Schaut aus wie der, uups, Schwanz einer Katze, ist aber dicker und länger, uups!  Das Ding, uups, verfolgt mich! Raus hier und nichts wie weg. Das ist mir nicht geheuer. Wo ist das Katzending jetzt? Es ist nicht mehr zu sehen. Puh!
So, da drüben in der Ecke steht noch ein Kasten, den will ich ebenfalls erforschen. Da brauche ich mich nicht unten durchzuquetschen, seitlich ist ein Durchgang, der eine Hamsterlänge breit ist. Ich kann bequem nach hinten laufen, um diesen Kasten von allen Seiten zu untersuchen. Rasch ums Eck und hinter den Kasten sausen.
Im Spalt zwischen seiner Rückseite und der Wand stemme ich mich nach oben. Noch ein bissel und noch ein bissel, Muskeln anspannen, du schaffst das, Hamsti! Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen, hollerei tulieeeee!
Frauli ruft: »Billi, Billi! Schatzi, wo bist du denn? Komm zum Frauli, komm her da!«
Ja eh, Frauli, bin eh gleich da, bin gleich am Ziel. Aber »komm her da«? Bin ich ein Hund? So, gleich geschafft. Ah, da geht’s raus. Jö! Bin ich weit oben! Ich kann Frauli in die Augen schauen, ohne dass sie sich zu mir herunterbeugen muss! Warum schaust du denn so erschrocken, Frauli?
Nein! Sofort loslassen! Ich kann das nicht leiden! Und jetzt bin ich wieder am Boden. Dabei hab ich mich so geplagt. Okay, dann weiter in meinem Revier herumlaufen. Unter dem Ding, das Frauli Sofa nennt, gefällt es mir gut. Da wird jetzt mein Fell gründlich gepflegt. Und danach wieder ein bissel hin und her sausen. Es gibt hier ja so viel zu entdecken!

DUU! KAANNST! NIICHT! VOORBEII!

Neben dem Kasten, unter den ich neulich gekrochen bin, sind bis zur Wand zwei Hamsterlängen Abstand. Da könnte ich gemütlich nach hinten laufen. Aber Frauli hat ein Stück des Gitters hingegeben, das sie bei meinem ersten Freilauf um den Käfig herum aufgestellt hatte. Was hat die Frauli immer mit ihrem Gitter, überall tut sie es hin!
Und sie dürfte vergessen haben, dass wir Hamster klettern können. Leider lässt mich Frauli nicht! Sie holt mich sofort wieder herunter. Weißt du, wie anstrengend das ist, Frauli, auf einen wackeligen Gitterzaun zu kraxeln? Und wofür? Damit ich, kaum bin ich oben, wieder heruntergehoben werde!
Nach ein paar Tagen darf ich wieder aus meinem Käfig raus. Jetzt hat das Gitter am oberen Ende einen Vorsprung, einen kleinen Sims! Es ist ein weiteres, schmales Gitter, das Frauli quer zum Wackelzaun befestigt hat. Soll mich das davon abhalten, hinaufzukraxeln? Haha! Mein liebes Frauliwesen, weißt du nicht, dass wir Hamster wahre Kletterkünstler sind? Du musst noch viel über uns lernen.
Ich klettere bis unter den Sims rauf und hangle mich mit meinen Vorderpfoten bis an sein Ende. Autschi, mit den Hinterpfoten am Gitterdraht zu stehen, ist unbequem, ich muss schneller machen. So, viiiel Schwung nehmen, kräftig zappeln und strampeln. Ich ziehe mich hoch und um den Sims herum und – oh! Frauli hilft mir und reicht mir ihre Vorderpfote zum Abstützen, danke, das ist lieb!
Aber – nein, nein, nein! Ich stehe stolz am Gitter-Sims oben und überlege, wie ich am besten auf die andere Seite hinunter komme. Da nimmt mich die Frauli in ihre Pfote, nein, in ihre Hand und schneller, als ich schauen kann, bin ich wieder am Boden zurück! Das ist so, so gemein! Und spar dir dieses »Stromkabeln« und »Steckdosen«, du meinst deine Anfeuerungen eh nicht ernst! Rasch unters Sofa flitzen, da will ich eine Zeit lang schmollen.
Am nächsten Tag ist am Gitterzaun ein neuer Sims befestigt. Er ist breiter als der alte, es sind eineinhalb Hamsterlängen. Schlecht für Frauli, gut für mich. Denn dieser Sims ist nicht so steif. Ich hänge mich drauf und er biegt sich nach unten, sodass ich ganz leicht daran hinaufkraxeln kann. Na ja, nein, leicht nicht wirklich! Ich muss kräftig strampeln, haxeln und ziehen, bis meine Hinterbeine am Gitter Halt finden.

Spiel und Spaß mit Frauli


Ich sause unters Sofa und Frauli setzt sich hin. Sobald sie gut sitzt, schleiche ich wieder der Wand entlang, pirsche mich an den Kasten ran und zerre wieder am Gitter. Frauli springt wieder auf, läuft zu mir her, schimpft wieder mit mir. Ich tu wieder so, als würde ich mich fürchten und sause unters Sofa, Frauli setzt sich hin und unser Spiel beginnt von neuem. Immer wieder! Immer wieder! Frauli mag das, denn spielen ist viel lustiger, als wenn man gelangweilt auf dem Sofa sitzen muss, nicht wahr?
Einmal beugt sie sich zu mir herunter und wackelt mit dem Finger nah vor meiner Nase hin und her. Ich glaube, die Frauli will mich auf die Probe stellen. Ich beiße aber nicht in den Finger hinein. Ich lerne ja aus meinen Fehlern.
Ein anderes Mal hält mir die Frauli etwas vor die Nase, das köstlich duftet. Mmmh! Da rinnt mir das Wasser im Maul zusammen!
»Karotti, komm her zu mir, gutes Karotti, na los, Billi, nimm es, beiß rein«, sagt Frauli.
Ich bin nicht sicher, ob ich ihr trauen kann. Wer weiß, ob sie mich nicht bloß wieder in ihre Vorderpfoten nehmen will? Das tut sie ja besonders gern.
Frauliwesen unterbricht unser Steh-auf-setz-dich-steh-auf-setz-dich-Spiel, um die beiden Blödis rauszubringen. Das sind zwei Vögel und Frauli hat mich mal zu ihrem Käfig hinaufgehoben.
»Schau, Billi, das sind Pieps und Pups«, hat sie gesagt.
Nein, ich glaube, sie hat die beiden anders genannt. Ich habe mir die Namen nicht gemerkt. Mit dem flachen Kästchen spricht die Frauli öfter über ihre »Wellensittiche«. Ist mir auch recht.
Auf diese Bekanntschaft hätte ich echt gerne verzichten können, Vögeln will ich nicht zu nahe kommen! In freier Natur bin ich ihre Beute, sie jagen und fressen mich. Wieso weißt du das nicht, Frauli? Das weiß jeder. Vielleicht hat sie gedacht, dass diese zwei bunten Clowns für mich eh nicht gefährlich sind. Da hat sie recht. Ich glaube, die beiden Dummiane hatten in ihrem Käfig mehr Angst vor mir als ich anfangs vor ihnen. Sie sind zurückgewichen, haben mich belämmert angeschaut und keinen Ton von sich gegeben.
Ich so: »Ich binn derr grossse pöse Hammmsterr und fressse euchchch!«
Ich denke, sie haben mich nicht verstanden. Ich spreche kein Wellensittisch. Ist nicht nötig. Und unter meiner Würde.

Aua, Bauchweh!

Auweh, auweh! Mein Bauchi tut mir so weh! Seit gestern Abend. Was ist denn das? Und ich kann mein Gacksi nicht halten! Es kommt raus, ob ich will oder nicht. Mein Frauliwesen sagt, ich bin krank. Buhuhu! Will nicht krank sein! Und das Schlimmste – ich darf nicht aus meinem Käfig heraus. Frauli sagt, erst, wenn ich wieder gesund bin.
Sie hat Besuch, ich glaube, es sind lauter Weibchen. Bei einem bin ich mir nicht sicher. Dieses Menschenwesen hat die hohe Stimme, die ich von den Weibchen kenne, aber das Fell am Kopf ist so kurz wie bei den Männchen! Sehr verwirrend. Keines der Weibchen sagt »Frauli« zu meinem Frauliwesen, alle nennen es anders. Noch verwirrender.
Frauli erzählt ihrem Besuch, ich hätte Durchfall. Ich mag keinen Durchfall haben! Nur Haferbrei dürfe ich fressen, bis der Durchfall vorbei ist, erzählt die Frauli den Menschenwesen. Und wenn ich ihn nicht fresse, muss sie ihn mir einflößen.
Nicht einflößen! Ich weiß nicht, was das heißt, aber es klingt bedrohlich. Frauli, du darfst deinem lieben Hamsterchen nichts einflößen! Sie sagt, wenn es mir nach ein paar Tagen nicht besser geht, dann muss sie mit mir zum Tierarzt gehen. Mag nicht zum Tierarzt! Was heißt das? Was passiert da mit mir?

Hin und her und rauf und runter


Bald danach entdeckt die Frauli leider mein neues, geheimes Vorratslager. Ich hab’s übertrieben. Weil ich nicht mehrmals laufen will, mampfe ich den Inhalt des frisch gefüllten Futternapfes komplett in mich hinein. Ich stopfe mir die Backen so voll, wie es nur geht, noch ein Körnchen und noch ein Körnchen und eins geht noch rein! Dann sause ich aus meinem Käfig raus und flitze unters Sofa. Frauli sieht meine vollen Backen und lacht mich aus. Bestimmt ist sie nur neidisch. Sie bringt ihr ganzes Futter nicht auf einmal in ihren Mund, da bin ich mir sicher.
Ich finde es großartig, wie viel Fressen ich in meinen Backen mitnehmen kann. Und ich kann Wasser trinken, ohne dass meine Körner und Leckereien im Maul nass werden. Hast du das gewusst? Das soll mein Frauliwesen mal nachmachen!
Ich laufe unterm Sofa zurück zur Wand. Ja, da ist ein geeignetes Versteck für meinen Vorrat. Ich gebe das Futter aus meinem Maul auf den Boden und forme einen netten Hügel, es muss ja alles seine Ordnung haben. Jetzt begehe ich leider den schlimmen Fehler, zu rasch wieder mit leeren Backen unterm Sofa hervorzukommen.
Frauli sagt zu mir: »So schnell kannst du das nicht aufgefressen haben.«
Nein, hab ich nicht! Was hältst du von mir, Frauli? Ich bin ja kein Gierschlund! Es sollte für schlechte Zeiten sein. Frauli kommt zu mir runter und legt sich auf den Bauch. Sie schaut unter das Sofa, sieht meinen Vorrat und lacht schallend.
»Hahaha, ein ganzer Haufen!«
Ha. Ha. So witzig. ROFL. Rolling on se floor wis lafda. Leicht zu erheitern ist es schon, mein Frauliwesen. Ich verstehe nicht, was daran so lustig sein soll. Frauli isst mir meine Körner nicht weg. Das habe ich anfangs befürchtet. Aber ab und zu kommt mir vor, als würde mein Vorrat verschwinden, ohne dass ich ihn gefressen habe. Da bin ich mir sicher, ein paar Körner und Ringerl aufgehoben zu haben, und wenn ich nachschaue, ist mein Versteck leer!
Wenn ich es nicht besser wüsste, müsste ich glauben, hier wäre noch ein Hamster. Rieche nirgends einen. Das fehlte mir noch! Vielleicht sogar ein Männchen, brrr! Auf Kuscheln und Säugen und Wiegenlieder habe ich echt keine Lust. Bin noch zu jung.
Waren’s Zwitschi und Plärri, die zwei bunten Schreihälse? Wollten sie mal was Vernünftiges fressen?

Großreinemachen – nein, danke!


Das mit der Einstreu ist noch nicht das Schlimmste! Wenn die Frauli meinen Käfig putzt, steht da ein großes, schwarzes Ding. Ein echt großes, ein extra überdrüber großes Ding! Als wäre das nicht schon genug, wächst vorne aus dem Ding eine lange Schlange heraus! Nein, ich glaube, das ganze Ding ist eine Schlange und der dicke Teil ist der Bauch, weil sie so viel frisst.
Auf der anderen Seite wächst diesem Ungetüm ein Schwanz aus dem Bauch. Der ist ganz, ganz lang, sehr dünn und an seinem Ende hat er zwei glänzende Stifte! Oder sind es Zähne? Die länger sind als meine eigenen? So ein eigenartiges Tier, mich gruselt’s!
An der Wand gibt es zwei kleine Löcher, in die die beiden Stiftzähne genau hineinpassen. Nachdem Frauli die Sägespäne und mein Heu erneuert hat, steckt sie das Ende des Schlangenschwanzes in die Löchlein. Sie tritt der Schlange fest in den Bauch, ich glaube, die Frauli kann dieses Untier auch nicht leiden.
Der Tritt tut dem seltsamen Tier weh, denn es beginnt so laut zu brummen, dass Fraulis schwarzes Kästchen dagegen wie Vogelzwitschern klingt! Es erschreckt mich jedes Mal, das kann ich dir sagen. Richtig Herzklopfen krieg ich da und eile sofort runter, um mich in meinem alten Schlafhäuschen zu verstecken. Da hat mich die furchterregende Schlange bis jetzt noch nie gefunden.
Sie gleitet um Käfig und Bodenschale herum und frisst alles, was ihr vor ihr rundes Maul kommt. Das Ungetüm verschlingt Einstreu, die danebengefallen ist, Heu und sogar mein Gacksi! Zähne sehe ich keine, das Tier schlürft alles in sich rein, wie grauslich ist das, bitte? Dabei brummt es die ganze Zeit vor sich hin. Man kann schon wehleidig sein, gell? Frauli packt dieses Schlangending am Hals und will es zurückhalten, aber das Untier ist stärker und zieht sie mit! Mein tapferes Frauliwesen lässt die Schlange aber nicht los.
Ich hab Fraulis Kampf mit der Schlange mal gesehen, als ich mutig sein wollte und beim Schlafhäuschen rausgeblinzelt habe. Echt erschreckend!
Bald danach kann die Frauli dem Ungeheuer nochmals in den Bauch treten und sofort verstummt es. Frauli lässt den Hals der Schlange los, das Tier rührt sich nicht mehr.

Ende der Leseprobe.

Viel Spaß mit dem Buch
»Gestatten, mein Name ist Hamster!«
wünscht

Edith Mair

 

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