Wer hat Angst vor Hexen? Cover Vorderseite

Das ist die Leseprobe zum Buch
»Wer hat Angst vor Hexen?« von Edith Mair
ISBN 978-3-7504-2376-3

Inhalt des Buches

Eines Nachts hört Mia in ihrem Kleiderschrank eigenartige Geräusche und zwei kleine Hexen trippeln heraus! Es sind die Schwestern Tilla und Hilla. Sie zeigen dem Mädchen Kunststücke auf ihren Flugbesen. Gilla, die ziemlich schräge dritte Schwester, stößt kurz darauf zu ihnen und sorgt sofort für Chaos. Als die drei Hexen wiederkommen, lernt Mia, auf einem Besen zu fliegen, was nicht so einfach ist, wie es aussieht!
Bei den nächsten Besuchen der fröhlichen Hexen erweckt Gilla Mias Spielsachen durch Zauberei zum Leben. Was glaubst du, kann passieren, wenn man mit lebenden Figuren »Mensch ärgere dich nicht« spielt?
Bald darauf nehmen Gilla, Tilla und Hilla ihre Menschenfreundin auf einen langen Flug in ihre Heimat mit. Dort herrscht Mara Tinka, die strenge Oberhexe. Mia lernt eine Wunderwelt kennen, so bunt und vielfältig, wie man es sich nicht vorstellen kann! Und die Hexen lernen, dass kleine Mädchen großartig sein können.

Die Kapitel:

Das Wispern im Kleiderschrank ….. 9

Mia lernt fliegen ….. 23

Die lange Reise in der Nacht ….. 48

Im Hexenreich ….. 68

Mara Tinka, die Oberhexe ….. 97

Claris Geheimnis ….. 128

Guter Zauber, schlechter Zauber ….. 161

Das Wispern im Kleiderschrank

»Doch, Mama, da ist etwas im Kasten! Wirklich! Bitte, schau noch einmal nach. Bitte! Ich fürchte mich so! Bitte!«
Mia liegt im Bett, die Hände krallen sich in die Decke und sie schaut mit weit aufgerissenen Augen zu ihrer Mutter.
»Gut, Mia, das ist jetzt das allerletzte Mal!« Mama klingt wütend. »Da, schau, ich öffne beide Türen deines Kleiderschranks, hier ist nichts, da ist nichts und da auch nichts. Aber huuu, du hast recht, da ist wirklich ein Gespenst, ein grünes sogar!«
Mia setzt sich augenblicklich auf. Mama dreht sich mit aufgerissenen Augen zu ihr um und schwenkt Mias Kleid vor sich her. Da grinst sie ihre Tochter an, ihr Zorn ist verflogen.
»Mach dich nicht lustig über mich, das ist gemein.«
Mia legt sich beleidigt hin, starrt zur Zimmerdecke und macht einen Schmollmund.
»Verzeihung, Mäuschen, ich wollte mich nicht über dich lustig machen. Ich hab gedacht, wenn du lachst, vergeht die Angst von selbst.«
Mama hängt das Kleid wieder in den Kasten. Sie setzt sich zu Mia ans Bett und streicht ihr über die Haare.
»Du sollst jetzt schlafen, sonst bringe ich dich morgen wieder nicht aus den Federn.«
»Natürlich glaubst du mir nicht«, sagt Mia traurig.
»Es ist nichts im Kasten, wirklich, ich hab überall nachgeschaut.«
»Ehrlich?«
»Ich würde dich nie anlügen. Schlaf jetzt, gute Nacht, ich gehe wieder hinunter!«
Nach einem Kuss auf Mias Stirn geht ihre Mutter zur Tür und löscht im Hinausgehen das Licht.

Da! Da ist es wieder! Mia hört es, sie bildet es sich nicht ein.
Das Knistern!
Das Wispern!
Das Knacken!
Das leise Zwitschern!
Das Rascheln!
Das Säuseln!
Das kommt vom Kleiderschrank und ist nicht der Wind draußen im Garten. Warum glaubt ihr Mama denn nicht? Mia zieht ihre Decke fest unter das Kinn, reißt die Augen weit auf, sie starrt durch die Dunkelheit zum Kasten hin, ihr Herz klopft bis zum Hals.
Sie traut sich nicht, noch einmal nach Mama zu rufen, die war beim dritten Mal schon ordentlich böse. Das Wispern und Zwitschern wird deutlicher, Mia hört feine Stimmchen!
»Sie hat uns bemerkt!«
»Das kann nicht sein.«
»Ist aber so.«
»Menschen hören uns nicht.«
»Dieses Kind schon.«
»Glaub ich nicht.«
»Musst du aber. Ich hab dir gesagt, sie schläft noch nicht und du bist zu laut.«
»Wahrscheinlich hat sie Angst.«
»Man hat oft Angst vor dem, was man nicht kennt.«
»Schläft sie jetzt?«
»Weiß ich doch nicht.«
»Schau halt nach!«
»Schau du nach!«
Mia stützt sich auf ihren Arm und schaltet die Nachttischlampe ein.

Mia lernt fliegen


Mia nimmt das Kehrgerät an sich und eilt damit wieder nach oben in ihr Zimmer. Ein wenig außer Atem tritt sie ein und schließt die Tür hinter sich.
»… die volle Verantwortung?«, hört Mia ihre Freundin Tilla fragen.
Sie und Gilla stehen einen halben Meter voneinander entfernt, haben die Arme verschränkt und blitzen einander wütend an. Hilla sitzt abseits im Schneidersitz am Boden, den Kopf auf ihre beiden Hände gestützt. Sie schaut ein bisschen unglücklich drein. Es ist nicht der erste Streit zwischen ihren Schwestern und es hat keinen Sinn, sich einzumischen.
»Ja«, bestätigt Gilla. Sie breitet die Arme aus und wirkt genervt. »Ich übernehme die volle Verantwortung und bla, ich habe euch überrumpelt und bla, ihr wart dagegen und bla. Zufrieden?«
»Nein, ehrlich gesagt nicht, aber was soll ich gegen deinen Dickkopf machen?«
»Gut, Thema erledigt«, sagt Gilla und rollt mit den Augen.
Hilla erhebt sich wieder vom Boden und kommt auf ihre Schwestern zu. Sie legt ihre Hand beruhigend auf Gillas Schulter und lächelt Tilla zaghaft an.
»Oh, bitte, streitet nicht wegen mir«, sagt Mia erschrocken. »Das will ich nicht. Ich bringe einfach den Besen wieder runter, wir vergessen das Fliegen und gut ist es.«
»Ist schon in Ordnung«, antwortet Tilla.
Sie streichelt den Arm ihrer Freundin.
»Nein, wirklich, eigentlich mag ich eh nicht mehr fliegen lernen«, sagt Mia und senkt den Kopf.
»Schätzchen«, erwidert Gilla ein bisschen von oben herab und grinst. »Ich kann nicht Gedanken lesen wie unsere Oberhexe, aber dass du jetzt geflunkert hast, merke ich auch so. Wir streiten nicht wegen dir, ehrlich! Wir streiten, weil wir Schwestern sind. Schwestern streiten immer wieder mal. Wir haben einander trotzdem lieb. Es ist okay, du sollst fliegen lernen. Los, sag es ihr, Tilla!«
»Ja«, bestätigt diese, »es ist okay, Mia, wie auch immer Mara Tinka reagieren wird, wenn sie davon erfährt …«
»Aber sie wird es nicht erfahren«, unterbricht Gilla.
»… wenn sie davon erfährt«, wiederholt Tilla und funkelt ihre Schwester zornig an, »dann wird Gilla es ausbaden. Du, meine liebe Mia, musst dir davon den Spaß nicht nehmen lassen. Du lernst jetzt fliegen.«
»Den Spaß nicht nehmen lassen«, versichert Hilla.
»Ehrlich?«
Mia strahlt über das ganze Gesicht.
»Ja, so ist es«, sagt Gilla, »jetzt lernst du fliegen. Gut, dazu müssen wir dich zuerst auf unsere Größe zaubern und deinen Besen zum Leben erwecken. Halte ihn fest und steh aufrecht.«
Die Nachthexe stellt sich vor Mia hin und überlegt ein paar Sekunden lang. Dann hebt sie den Kopf, streckt beide Arme aus, spreizt die Finger, sie reißt die Augen weit auf und ruft:
»Mia will auf Besen fliegen,
drum müssen wir sie kleiner kriegen!
Der Besen wird lebendig sein
und Mia tragen, das ist fein.
Klein wollen wir die Mia seh’n,
schwuppdiwupp, es soll gescheh’n!«

Schwuppdiwupp? So einen eigenartigen Zauberspruch hat Mia noch nie gehört. Sie kichert. Er scheint auch nicht zu funktionieren, sie schaut noch immer auf ihre drei Freundinnen hinab.
»Wieso passiert denn nichts? Klappt dein Spruch nicht, Gilla?«
»Warte, es kann dauern.«
»Wie lange?«
»Äh … na ja … das kommt darauf an …«, murmelt Gilla.
Sie ist jetzt nicht mehr ganz so selbstsicher. Tilla und Hilla schauen zwischen ihrer Freundin und ihrer Schwester hin und her. Tilla verdreht die Augen. Hilla schiebt die Unterlippe vor und zuckt mit den Schultern.
Auf einmal kommt es Mia vor, als würde sie kräftig durchgeschüttelt und gerüttelt und gebeutelt! Ihr Bett scheint zu wachsen und auch der Schreibtisch sieht aus, als würde er sich nach allen Seiten ausdehnen. Die Zimmerdecke entfernt sich rasch von Mia und die drei Nachthexen werden größer und größer!
Mia wird schwindlig, aber nach ein paar Sekunden ist die Verwandlung fertig, das Zimmer bleibt, wie es ist, und die Hexen wachsen nicht mehr weiter.
»Geschafft!«, jubelt Gilla, »unsere Mia ist jetzt so klein wie wir!«
Sie hüpft im Kreis und lacht erfreut.
»Gut gemacht, Gilla«, lobt Tilla und klatscht in die Hände.
Mia schaut im Zimmer herum. Sie sieht zum Kleiderschrank, zum Schreibtisch, zum Bett, zur Decke hinauf.
»Ui! Alles hier ist so riesig!«, sagt sie begeistert. »Und wir sind gleich groß, das finde ich voll cool!«
Mia umarmt ihre Freundinnen fest, ohne dass sie Angst haben muss, die drei zu zerdrücken!
»Und jetzt zeigt mir bitte, wie das mit dem Fliegen geht.«
»Es ist nicht so schwer«, beginnt Gilla, »du nimmst den Besen zwischen die Beine und sitzt mit einer Popobacke drauf. Am Anfang wird es ein bissel wehtun, aber daran gewöhnt man sich rasch.«
»Du hältst den Besenstiel mit beiden Händen fest, so richtig fest halten«, fährt Tilla fort. »Wenn du den Stiel anhebst, das heißt, ihn nach oben ziehst, fliegst du nach oben, drückst du ihn runter, so fliegst du nach unten.«
»Und wenn du den Besenstiel nach rechts oder links drückst«, sagt Hilla, »fliegst du nach rechts oder links.«
Die Erklärungen der Nachthexen hören sich für Mia an, als könne man das Fliegen im Nu erlernen!
»Und wie bremse ich?«
»Dazu presst du die Schenkel zusammen«, ist wieder Gilla am Wort.
»Ziehe deinen Besen nicht zu kräftig rauf und runter oder nach links und rechts. Er folgt schon der geringsten Bewegung«, warnt Tilla.
»Und presse zum Bremsen die Schenkel nicht gleich fest zusammen, sondern beginne mit leichtem Druck, den du verstärkst«, rät Hilla. »Sonst fliegst du gleich in hohem Bogen vom Besen«, ergänzt sie und zieht einen Schmollmund.
Die Hexe spricht aus eigener Erfahrung.
»So, das sollte erst einmal genügen. Los, liebe Mia, sitz auf!«, ruft Gilla und klatscht in die Hände.
Das Mädchen hat zu allen Anweisungen ihrer Freundinnen folgsam genickt. Sie klemmt das Kehrgerät zwischen die Beine und setzt sich drauf. Vor Aufregung hat Mia rote Backen bekommen.
»Ist es normal, dass der Besen ein bissel zittert?«
»Ja, daran gewöhnst du dich. In der Luft merkst du das nicht mehr. Jetzt halte den Besenstiel mit beiden Händen fest und hebe ihn an!«
Tilla klingt so aufgeregt wie ihre beiden Schwestern, der Zorn auf Gilla ist verflogen.
»Aua!«
»Hoppla!«, sagt Hilla und lacht, »das war zu kräftig.«
Mia liegt am Rücken, der Besen auf ihr drauf. Sie hat zu fest am Stiel gezogen, das Fluggerät hat sich herum gedreht und Mia ist herunter gefallen. Gilla hilft ihr wieder auf.
»Probiere es gleich noch einmal!«, rufen die drei Hexen gleichzeitig.
Der zweite Versuch gelingt besser. Mia zieht den Besenstiel sanft nach oben, sie fliegt los.
»Wah! Hilfe! Was mache ich denn jetzt, bitte?«
Mia fliegt auf die gegenüberliegende Wand zu, wobei ihr Besen wackelt und schlingert, mal rauf, mal runter, mal nach links, mal nach rechts. Das Steuern eines zum Leben erwachten Kehrgeräts sieht einfacher aus, als es ist.
»Bremsen! Du musst bremsen!«, ruft Gilla erschrocken.
»Auweh!«
Mia liegt wieder am Boden, der Besen liegt hinter ihr. Sie hat zu heftig gebremst und ist kopfüber vom Fluggerät gestürzt. Zum Glück war sie in diesem Augenblick nur wenige Zentimeter über dem Boden. Die drei Hexen laufen auf ihre Freundin zu. Tilla hilft ihr wieder auf die Beine.
»Gibt es keinen Zauberspruch, damit ich sofort so gut fliegen kann wie ihr? Aua!« Mia reibt sich die Schulter. »Da kriege ich sicher einen blauen Fleck.«

Die lange Reise in der Nacht


Es hat einige Zeit gedauert, bis Tilla ihrer Schwester Gilla wieder erlaubt hat, Mia klein zu zaubern! Endlich hat sie dem Bitten und Drängen von Gilla und Mia nachgegeben.
Mia zählt nach und nimmt dabei ihre Finger zur Hand. Zehn Mal sind die Nachthexen jetzt schon bei ihr zu Besuch gewesen. Und jedes Mal haben sie viel Spaß gehabt!
Einmal haben sie »Mensch ärgere dich nicht« gespielt. Gilla hatte vorher die Figuren durch einen Zauberspruch zum Leben erweckt. An ihren kleinen, runden Glatzköpfen waren den Männchen Augen, Ohren und ein Mund gewachsen. Und auf einmal hatten sie Ärmchen und Händchen, Beinchen und Füßchen! Die Spielfiguren haben sich mit heiseren Stimmchen in einer eigenartigen Sprache unterhalten, es hat sich wie sinnloses Gebrabbel angehört und die Wörter haben viele »t« und »p« und »x« enthalten.
Eines der grünen Männchen hat dauernd geniest. »Pchrtix!«, haben darauf hin alle anderen gerufen. »Gesundheit!«, hieß das in ihrer Sprache vermutlich. Dazu haben seine drei grünen Gefährten die Arme hochgerissen, was lustig ausgesehen hat. Wozu das gut sein sollte, konnten die Hexen und Mia nicht herausfinden.
Die Spielfiguren haben von Anfang an verstanden, was Mia und ihre Freundinnen von ihnen wollten. Nach dem Würfeln waren sie am Spielfeld sofort von allein losmarschiert.
Leider sind die bunten Männchen recht grob zueinander geworden, wenn sie am gleichen Feld zum Stehen gekommen sind. Sie haben gestritten, mit ihren Fäustchen aufeinander eingehauen und einander mit ihren Füßchen getreten! Keines der Männchen wollte zum Start zurückkehren, wie es die Spielregeln vorsehen.
Mit einem raschen Zauberspruch hat Tilla dem Treiben ein Ende bereitet. Sie hat die streitenden Männchen wieder in stumme, regungslose Spielfiguren verwandelt, obwohl Gilla sie davon abhalten wollte.
Bei einem weiteren Besuch hat Hilla, die nichts so liebt wie Ordnung und Sauberkeit, Mias Kleiderschrank mit einem kleinen Zauberspruch aufgeräumt. Die Kleider und Hosen hingen daraufhin ordentlich am Haken, die Wäsche war fein säuberlich zusammen gefaltet.
T-Shirts und Pullover lagen nach Farben sortiert in den Regalen, die Schuhe standen brav in Paaren am Kastenboden. Mia hat sich begeistert bei Hilla bedankt – und Mama ist sehr erstaunt gewesen über ihre auf einmal so ordnungsliebende Tochter.
Wieder ein anderes Mal hat Gilla Mias Puppen zum Leben erweckt, was Tilla anfangs gar nicht recht gewesen ist. Auch die Puppen haben in einer eigenen, unverständlichen Sprache miteinander geredet. Es hat sich wie Vogelzwitschern angehört und viel netter geklungen als das Krächzen der Spielfiguren!
Die Worte sprudelten aus den Puppen noch schneller heraus als aus den bunten Männchen. Und ohne Grund haben sie dauernd gekichert und gelacht!
Die Hexen haben mit Mia und den Puppen »Reise nach Rom« gespielt. Gilla hat zuerst Mia und danach ihre Bücher klein gezaubert, weil in ihrem Zimmer nicht genug Sessel stehen. Die Freundinnen legten die Bücher im Kreis auf den Boden, um eines weniger als Spielteilnehmerinnen waren.
Zu einem Lied, das Tilla in der ersten Runde gesungen hat, sind sie alle um die Bücher herum gelaufen. In jeder weiteren Runde hat die gerade ausgeschiedene Spielerin gesungen.
Mias Puppen haben trotz der fremden Sprache verstanden, was sie zu tun hatten. Nur haben sie so grässlich falsch gesungen, dass dir fast die Ohren abfielen! Mia musste sich das Lachen fest verbeißen, sie wollte ihre Puppen ja nicht kränken.
An einer beliebigen Stelle im Lied hat die Sängerin mit dem Singen aufgehört. Daraufhin stellte man sich schnell zu einem Buch. Gilla war dabei recht flink.
Und die Hexe hat geschummelt! Hat sie mal kein Buch erwischt, so hat sie sich geschwind zu einer Mitspielerin hingestellt, mit der Hand eine kleine, wischende Bewegung gemacht und das Buch ist vor Gillas Füße gerutscht!
Dadurch hat die Hexe das Spiel zweimal gewonnen, unter lautem Protest ihrer Schwestern und der Puppen! Sie wollten nicht mehr mit Gilla spielen. Die Puppen hatten verärgert gezwitschert, wie ein Schwarm Spatzen, der aufgescheucht wird.
Mia konnte ihrer Freundin nicht böse sein. Nein, im Gegenteil, wenn das Buch vor ihren Füßen zu Gilla hinüber gerutscht ist, hat sie lauthals lachen müssen, es sah zu komisch aus!
So ist diese Hexe, stets ein bisschen außerhalb der Regeln. Oder »ein bissel schräg«, wie sie Hilla bei ihrem ersten Besuch bezeichnet hat. Nach dem Spiel hat Gilla Mias Puppen wieder brav zurückverwandelt, ohne irgendwelche Faxen oder Missgeschicke.

Jetzt ist es, wie gesagt, fast zwei Wochen her, dass die Nachthexen ihre Menschenfreundin besucht haben und Mia sorgt sich. Wo bleiben sie denn, wieso kommen sie nicht mehr? Ist ihnen verboten worden, ins Menschenreich zu fliegen? Oder hätten die Hexen Mia in der Nacht besucht und sie hat zu fest geschlafen und nichts gehört? Wären sie gekommen, als Mia in der Schule war? Oder wollen sie nicht mehr kommen, hat Mia sie verärgert? Das Mädchen ist sich keiner Schuld bewusst.
Vom vielen Grübeln wird sie müde, schläft ein und träumt von den drei kleinen Hexen.
Da schreckt sie hoch, was hat sie geweckt? Ist jemand im Zimmer? Mia schaltet die Nachttischlampe ein. Sie schaut auf ihren Wecker und gähnt. Es ist kurz vor drei Uhr. Die Nachthexen schweben auf ihren Besen über Mias Bettdecke und lachen sie an.
»Hallo Mia«, rufen sie gleichzeitig.
»Hallo Tilla, Hilla und Gilla«, antwortet Mia und gähnt noch einmal. »Verzeihung, ich bin ein bisserl müde, es ist ja mitten in der Nacht. Aber ich freue mich total, euch jetzt zu sehen! Wo wart ihr denn so lange? Ich hab schon geglaubt, ihr kommt nie mehr.«

Im Hexenreich

Jetzt ist Mia in der Heimat ihrer Freundinnen! Ihr Herz klopft heftig vor Freude, sie strahlt die Nachthexen an, die drei lächeln zurück. Hier ist heller Tag und die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel.
Unter den vieren am Besen zeigt sich eine bezaubernde, knallbunte Welt! Auf sanften Hügeln sind Wiesen in kräftigem Grün zu sehen. Wege durchziehen sie, die lilafarben sind, man glaubt es kaum! Ist die Erde im Hexenreich lila? Oder ist es der Schotter? Oder sind die Wege gar angemalt? Es ist von oben nicht zu erkennen.
In den Wiesen blühen Blumen in unterschiedlichen Farben. Alle sehen wie kleine Lollis aus. Sie schauen zuckersüß und so verführerisch aus, dass wir am liebsten in sie hinein beißen möchten! Wonach schmecken sie? Wir finden es sicher bald heraus!
Mächtige Bäume mit ausladenden Kronen wachsen hier. Ihre Rinde ist eigenartig geformt. Fast möchte man glauben, die Bäume hätten Augen und einen Mund! Es werden Löcher sein, die Tiere in den Baumstamm hinein genagt oder gepeckt haben. Manches Vöglein fliegt eifrig mit vollem Schnabel in eines der beiden oberen Löcher hinein und kommt mit leerem Schnabel wieder heraus.
Viele der zwitschernden Gesellen sitzen in den Bäumen. Sie tragen allerlei Gefieder, es ist gestreift, gesprenkelt, getupft, oder das Federkleid zeigt ein wellenförmiges Muster. Wir sehen Vögel gar in allen Farben des Regenbogens!
Dem einen oder anderen wächst ein Schopf, der wie ein kleines Krönchen aussieht. Dort und da sind Vögel mit Schwanzfedern zu sehen, an dessen Enden winzige, bunte Kügelchen sitzen. Und alle zwitschern sie Melodien, die noch kein Mensch je gehört hat!

Mia beachtet ihre wundersame Umgebung nicht mehr, obwohl die vier in nur einhundert Metern Höhe darüber hinweg fliegen. Sie verzieht das Gesicht und rutscht vorsichtig ein bisschen auf ihrem Besen hin und her.
»Aua!«
»Was ist denn, Mia?«, fragt Hilla und schaut besorgt zu ihr hin.
»Mein Popo tut mir so weh vom langen Fliegen, ich kann gar nicht mehr sitzen. Können wir zu Fuß weiter gehen? Bitte!«

Mara Tinka, die Oberhexe


An der Decke hängen zwei prächtige, kristallene Kronleuchter. Das Licht ihrer Kerzen spiegelt sich in den Glasstückchen. Elektrischen Strom und Glühbirnen gibt es im Hexenreich nicht.
»Wow«, meint Mia beeindruckt, »das ist ja mal ein cooles Haus!«
»Ja, das ist es«, stimmt ihr Gilla zu.
Hier sind sie nicht allein. Eine Hexe kehrt den Boden, dort wo der Läufer ihn nicht bedeckt. Eine andere reinigt mit einem Tuch vorsichtig die Gemälde. Wieder eine kniet vor einem Hocker und befreit ihn vom Staub. Die drei plaudern gut gelaunt miteinander, sie lachen und scherzen.
Als Mia und die Nachthexen näher kommen, unterbrechen sie ihre Tätigkeit und verstummen. Freundlich schauen sie zum Menschenkind. Tilla winkt die drei herbei.
»Siehst du«, sagt sie erfreut, »jetzt lernst du nette Hexen kennen. Das sind unsere Putzhexen Walli, Wilma und Lara.«
Die Schwestern stellen Mia vor, die Putzhexen wechseln ein paar Worte mit dem Mädchen. Bis Gilla zur Eile drängt, weil Mara Tinka warten würde.
»Wir sehen uns sicher noch. Es freut mich, dass du bei uns zu Besuch bist, Mia«, meint Wilma. »Bis später!«
Die drei gehen wieder an ihre Arbeit. Am anderen Ende der Halle angekommen, öffnet Gilla den linken Flügel der Doppeltüre. Mia streicht über die Statue, die daneben steht.
»Die ist voll schön! Der Stein fühlt sich gar nicht kalt an«, sagt sie zu den drei Nachthexen.
Da neigt die Statue den Kopf!
»Es freut mich, wenn ich dir gefalle, kleine Mia«, sagt sie.
Und die Dame aus Marmor bewegt dabei den Mund! Mia atmet heftig ein und macht einen Satz nach hinten. Gilla, Tilla und Hilla grinsen. Ihre Freundin bemerkt es nicht, sie sieht fassungslos zur Statue hoch.
»Verzeihung, ich hab geglaubt, du bist aus Stein!«
»Das bin ich«, antwortet die Statue.
»Und trotzdem kannst du reden?«, fragt Mia verblüfft. »Wir sind draußen einem Stein begegnet, der hat auch geredet und das hat mich schon ordentlich gewundert. Aber das war nur ein kleiner Brocken und er ist bloß so ein bisserl hin und her gewackelt. Es haut mich jetzt echt um, dass du reden und dich bewegen kannst.«
»Warum denn nicht?«, fragt die steinerne Dame.
Sie hebt ihre Hand, hält sie vor den Mund, kichert und kneift dabei die Augen zusammen!
»Wundere dich nicht, liebe Hella«, sagt die andere Statue. Auch sie neigt den Kopf und schaut zu Mia hinab. »Das Kind wird es nicht besser wissen. Es heißt, im Menschenreich sind wir Figuren starr und stumm.«
Sie richtet sich eine Falte ihres Kleides und streicht mit der Hand darüber.
»Gewiss, liebe Ella, starr und stumm, so sagt man. Ist es denn wahr, kleine Mia?«
»Ja, ist es«, bestätigt Mia.
Hella zieht erstaunt die Augenbrauen hoch.
»Wie langweilig«, sagt sie.
»Sehr langweilig, durchaus«, stimmt Ella zu.
Beide Steinfiguren heben den Kopf, sie lächeln wieder freundlich in die Halle, zeigen mit der Hand zum Tor und sagen nichts mehr.
»Statuen, die sich bewegen und reden! So was Schräges hab ich noch nie erlebt!«
Mia sieht verdattert zu ihren drei Freundinnen.
»Die hat Mara Tinka gezaubert, das ist schon viele Jahre her, damals war sie noch keine Oberhexe«, erklärt Gilla.
Die vier treten durch die hohe Tür, Hilla schließt sie hinter ihnen.
»Da kannten wir Mara Tinka noch nicht«, sagt Tilla. »Sie muss eine fröhliche Hexe gewesen sein, denn Steinfiguren reden auch bei uns nicht und sie stehen still. Davon haben Hella und Ella keine Ahnung, niemand sagt es ihnen.«
»Ach so. Zuerst bin ich schon ganz schön erschrocken, jetzt finde ich es eh witzig! Woher kennen sie denn meinen Namen?«
»Den weiß mittlerweile jeder bei uns«, antwortet Tilla, »Irgendwer wird ihnen erzählt haben, wie du heißt.«
»Aha. Mah, hier schaut es voll cool aus!«
Der Saal, den sie durchqueren, ist ebenso lang wie die Eingangshalle, aber zweimal so breit. Zu seinen beiden Seiten führen mächtige, geschwungene Treppen empor, mit Geländer aus blank poliertem Messing.
Staunend betrachtet Mia den stattlichen Aufgang. Mit erhobenem Kopf dreht sie sich langsam im Kreis. Das Geländer zieht sich oben rund um den Saal herum. Mia stellt sich auf die Zehenspitzen und sieht hinter der Brüstung an allen vier Seiten Türen.
Zwei Kronleuchter hängen von der Decke, sie sind noch größer als die Leuchter in der Eingangshalle. Ihre Kerzen sind nicht angezündet, von den Fenstern strömt genug Tageslicht herein.
»Die Leuchter sind bestimmt fünfmal so groß wie der bei meiner Oma«, meint Mia.

Claris Geheimnis


Sie öffnet die Tür des Baumhäuschens. Zwei gläserne Spiralen schweben an der Decke des kleinen Vorraums. Sie sind mit zarten Mustern bemalt. Gilla schnippt mit den Fingern und sofort erhellen die beiden Lampen den Raum. Mia sieht nach oben.
»Lara hat sie gemacht«, sagt Hilla.
»Die sind schön! Die Putzhexe Lara?«
»Ja«, bestätigt Tilla. »Dieses Jahr ist sie im Schloss als Putzhexe eingeteilt, sonst macht sie aus Glas echte Kunstwerke.«
»Ist sie traurig, dass sie putzen muss und keine Lampen machen darf?«, fragt Mia.
»Gar nicht, das Schloss zu verschönern ist für uns Hexen was Besonderes«, erklärt Tilla. »Wir drei verzichten, weil die anderen nicht gern als Nachthexen arbeiten wollen.«
»Ach so. Ihr seid voll nett!«
Sie stellen ihre Besen ab, Mia stellt den Rucksack dazu. Im Vorraum sind vier Türen, rechts ist die Tür zur Küche offen. Mia sieht Kästchen, einen Tisch, Stühle und einen Kessel, der inmitten der Küche an drei dicken Schnüren von der Decke hängt.
Tilla und Hilla gehen hinein. Tilla holt Schneidbrett und Küchenmesser aus einer Lade und einen großen Kochlöffel, den sie ihrer Schwester reicht.
»Danke«, sagt Hilla.
Sie dreht sich zum Kessel um. Die Hexe hebt ihre linke Hand, spreizt ruckartig die Finger und schnalzt mit der Zunge. Sofort beginnt unter dem Gefäß ein Feuer zu lodern.
»Ich zeige dir unsere Zimmer, Mia, während meine Schwestern was Feines für uns kochen«, sagt Gilla.
»Ja, bitte! Auf eure Zimmer bin ich total neugierig!«
Dem Eingang gegenüber führt eine Wendeltreppe nach oben. Gilla schnippt mit den Fingern, worauf alle Stufen hell erleuchten.
»Mah, schön! Und man stolpert nicht, weil man gut sieht!«, sagt Mia begeistert.
»Genau«, antwortet die Hexe lächelnd.
Sie geht ihrer Freundin voraus. Oben sieht Mia zwei Türen. Gilla öffnet die rechte Türe und die beiden treten ein.
»Da wohnt Hilla.«
»Ah ja.«
Dieses Zimmer hat kein Fenster. Wieder schnippt Gilla mit den Fingern und eine Stehlampe mit weißem Schirm erleuchtet so hell und freundlich den Raum, als würde die Sonne beim Fenster hereinscheinen.
Auch hier sieht Mia kein Stromkabel. Sie schaut sich um. Hätte Gilla gefragt, welcher der drei Nachthexen das Zimmer gehört, so hätte Mia ohne zu zögern auf Hilla getippt. Es ist picobello aufgeräumt und schlicht eingerichtet.
Alle Möbel sind grau oder weiß, an den Wänden hängen wenige Bilder. Am Tisch steht eine weiße Kerze. Ein breites, graues Zierband ist aufgeklebt, in das feine Goldfäden eingearbeitet sind.
Gilla und Mia gehen zur Tür. Mit einem Schnippen löscht die Hexe Hillas Lampe wieder. Sie führt Mia in den gegenüberliegenden Raum.
»Und hier wohnt unsere liebe Tilla.« Die Hexe grinst. »Wäre nichts für mich«, sagt sie leise.
Gilla schnippt noch einmal und eine Stehlampe mit buntem Schirm taucht den fensterlosen Raum in helles Licht.
»Oh!«
Das Zimmer passt zu Gillas Schwester! Es ist in vielen verschiedenen Farben eingerichtet. Das Sofa ist rot, darauf liegen Zierpolster. Einer ist gelb, einer türkis, einer rosa. Ein Sessel ist blau, der andere orangefarben.
Mia sieht zwei Kästen, der höhere ist aus hellem Holz, der niedrigere aus dunklem. Darauf stehen bunte Kerzen, dicke, dünne, lange, kurze. Und jede ist mit einem anderen Muster verziert.
In Tillas Zimmer herrscht eine Unordnung, über die Mia staunt. Hier liegen zwei unterschiedliche Socken, da ein Strumpf. Auf einem der beiden Sessel liegt ein Häufchen bunter Kleider, ein Haarreif liegt obenauf. Ein einzelner, linker Schuh steht mitten im Raum.
»Das sollte meine Mama sehen«, meint Mia und lacht. »Die beschwert sich dauernd über die Unordnung in meinem Zimmer! Da würde sie nix mehr sagen.«
An der Wand hängt ein kleines Bücherregal.
»Darf ich die Bücher in die Hand nehmen oder ist Tilla das nicht recht?«
»Schau sie dir ruhig an, Schätzchen, da hat sie sicher nix dagegen!«, meint Gilla.
Mia nimmt der Reihe nach einige Bücher aus dem Regal und betrachtet die Einbände. »Die Hexe im Zwetschkenbaum« steht auf einem Umschlag, Mari Luba hat das Buch geschrieben, »Hexe aus den Bergen« von Asta Lindengrün liest Mia auf einem anderen, und »Die feuerrote Hexe Frieda« von Tina Nüsterling ist ein drittes Buch.
Die Buchdeckel sind farbenfroh, auch die Bücher passen zu Tilla. Im Gegensatz zum restlichen Zimmer stehen die Bücher im Regal artig nebeneinander.

 

Guter Zauber, schlechter Zauber

»Schau, wen wir mitgebracht haben«, sagt Tilla fröhlich, als die vier in die Küche treten.
»Oh! Wie nett, dass du hier bist, Clari!«, ruft Gilla. »Herzlich willkommen bei uns!«
Sie erkennt die traurige Clari kaum wieder, denn die strahlt jetzt über das ganze Gesicht und hat sogar rote Bäckchen bekommen! Gilla stellt fest, dass der schönen Hexe das neue Kleid prächtig steht.
»Mah, das schaut super aus!«, ruft Mia.
Sie ist entzückt vom festlich gedeckten Tisch. Auf dem weißen Tischtuch stehen Teller, Gläser und ein Wasserkrug bereit. Auf den Tellern liegen gefaltete, gelbe Servietten. Rot und gelb bemalte Kügelchen aus Ton sind am Tisch verstreut.
Über ihm schweben unterschiedlich große, geschliffene Glasstücke, wie Mia sie von den Kronleuchtern im Schloss kennt. Sie drehen sich langsam im Kreis, mal auf einer Höhe, mal in Wellen rauf und runter. Ab und zu tanzen zwei Glasstücke umeinander herum, während sie weiter über dem Tisch kreisen.
Mia wundert sich nicht mehr darüber, dass im Hexenreich Gegenstände schweben. Die Glasstückchen brechen das Licht der Sonne, die beim Fenster hereinscheint. Tupfen in den Farben des Regenbogens wirbeln über die Wände der Küche.
»Schaut mal, die Wände haben Sommersprossen!«, ruft Mia und lacht.
»Wie bitte?«, fragt Clari.
»Die Punkterl an der Wand! Die kommen von der Sonne, wie die Punkte auf meiner Nase«, sagt Mia.
Sie deutet in ihr Gesicht.
»Ach, die sind nicht aufgemalt?«, fragt Hilla erstaunt.
»Nein«, antwortet Mia und kichert. Sie leckt an ihrem Zeigefinger und reibt mit ihm an der Nase. »Siehst du, sie gehen nicht weg. Es sind Sommersprossen, die Sonne macht sie. Und jetzt malt sie die auf die Wände. Da sind sie halt bunt.«
»Was es alles gibt«, sagt Hilla.
»Von den Wänden verschwinden sie aber wieder«, meint Gilla.
»Eh, im Winter verschwinden die meisten auch aus meinem Gesicht, da scheint die Sonne nicht so stark. Und den Tisch habt ihr wunderschön hergerichtet!«, schwärmt Mia.
»Gilla hat das gemacht«, antwortet Tilla.
»Aufs Gestalten und Verzieren versteht sie sich, das kann keine so gut wie sie«, meint Hilla.
»Es schaut toll aus«, sagt Mia begeistert.
»Das finde ich auch«, stimmt Clari zu.
»Danke schön! Ich hab mich besonders bemüht«, sagt Gilla. Sie legt ein weiteres Gedeck für Clari auf den Tisch und faltet rasch eine Serviette. »Setzt euch!«
Es wird ein fröhliches Mahl mit viel Gelächter. Gilla, Tilla und Hilla erzählen ihren Gästen vergnügliche Geschichten aus ihrem Hexenleben.

Ende der Leseprobe.

Viel Spaß mit dem Buch
»Wer hat Angst vor Hexen?«
wünscht

Edith Mair

 

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