Susanne auf Taa-Nrum L-6-4

Susanne auf Taa-Nrum L-6-4 – Leseprobe

Das ist die Leseprobe zum Buch »Susanne auf Taa-Nrum L-6-4 – weitere Sciencefiction-Abenteuer mit Entspannungsübungen nach Jacobson« von Edith Mair, ISBN 978-3-7412-8410-6

Beachten Sie bitte die Hinweise zum Urheberrecht im Impressum!

Inhalt des Buches

Peters Abenteuer mit seinen quomaianischen Freunden vom fernen Planeten Taa-Nrum L-6-4 gehen weiter. Und es wird ganz schön spannend!

Bei einer Floßfahrt auf einem großen See passiert beinahe ein Unglück. Kurz darauf kommen die bösen Tutulu mit ihren lärmenden Raumschiffen zurück, obwohl sie vor einiger Zeit scheinbar für immer vertrieben worden sind!

Dann wird Peter in der Schule plötzlich des Diebstahls verdächtigt. Ob seine Freunde Maki, Totu, Tara und Wala helfen können, Peters Unschuld zu beweisen?

Als Susanne, die endlich auch nach Taa-Nrum L-6-4 reisen kann, von den feindlichen Tutulu entführt wird, überstürzen sich die Ereignisse!

Die Kapitel:

Ein paar Informationen zu Beginn     9

Bei Wala und Totu zu Hause  13

Bob fahren auf Taa Nrum L-6-4         16

Ralfs Stunde    20

Diese Feier war nicht lustig     24

Ende gut, alles gut? Na ja …   31

Sie sind wieder da        44

Susanne           50

Mein schlimmster Alptraum    61

Meine Freunde, die Retter       72

Die alte Prophezeiung 86

Was ist die Wirklichkeit?         105

Und das ist auch noch wichtig 109

Ein paar Informationen zu Beginn

Freiwillig würde niemand diese Gegend aufsuchen.
Oder überhaupt.
Warum dann ich?
Und vor allem – wie bin ich hier hergekommen?

So beginnt das Buch »Peter auf Taa‑Nrum L‑6‑4«, der erste Teil meiner Abenteuergeschichten. Das ist jetzt mehr als zwei Jahre her, damals war ich grad elf Jahre alt geworden.
Wo war ich da wirklich gewesen? Auf dem Planeten Taa‑Nrum L‑6‑4. Und wie bin ich dort hingekommen? Ich weiß es bis heute nicht! Es passiert einfach! Nachts, während ich schlafe, kann ich zu meinen Freunden reisen. Quomaianer nennen sie sich, ein Volk, so nett und friedliebend und fröhlich und hilfsbereit, wie es auf der ganzen Erde nicht vorkommt! Einer allein heißt Quomai. Ich verwechsle das manchmal, sage »der Quomaianer«, oder »die Quomai«.
Maki war der erste Quomai – jetzt stimmt’s – den ich kennengelernt hab. Er schaut genauso aus, wie man sich einen Außerirdischen vorstellt, etwa zwei Meter zwanzig groß, ganz dünn, lange Arme und Beine, hellgraue Haut, der ovale, haarlose Kopf sitzt auf einem langen Hals.
Sein runder, roter Mund lächelt meist und aus seinen großen, schwarzen Augen blitzt oft der Humor und immer ein nicht zu übersehender Scharfsinn. Er ist der Bürgermeister von Knaperalasiite, einer großen Stadt auf Taa‑Nrum L‑6‑4.
Makis Nase ist sehr lang, ragt jedoch kaum aus dem Gesicht. Am Daumen und an den drei Fingern jeder Hand hat er recht wuchtige Nägel, genauso wie an den vier Zehen an seinen beiden Füßen.
Das ist mein Freund Maki.
Jeder Quomai hat eine eigene, lustige Art zu reden. Maki wiederholt Wörter. Und Gedanken lesen können auf Taa‑Nrum L‑6‑4 auch alle, was nicht immer angenehm ist.
Totu ist sein um noch einen halben Meter größerer Cousin und Freund. Er hängt »a« und »i« an die Wörter, manchmal mischt er die Vokale auch mitten ins Wort, was sehr lustig klingt. Totu ist immer zu Scherzen aufgelegt und bringt mich ständig zum Lachen.
Er ist verheiratet mit Wala, meiner »Kummermama«. Ihr kann ich alles erzählen und sie muntert mich auf, wenn es sonst keiner kann. Die beiden leben auf einem Bauernhof.
Makis Frau, Tara, ist mindestens zehnmal so gescheit wie ich, sie ist Lehrerin.
Alle Quomaianer haben mordskomplizierte Namen, Maki heißt – jetzt muss ich nachschauen, ich hab mir’s aufgeschrieben. Ah ja, er heißt »Maknoon Jamomas Latramuk Pastromit Wawalat«. Das merkt sich doch kein Mensch! Ist auch nicht nötig. Selbst untereinander reden sie sich mit ihren Kurznamen an.

Das sind meine vier Freunde.
Manchmal kommen sie für einen Gegenbesuch auf die Erde. Hier kann nur ich sie sehen oder hören, sonst niemand! Total krass!
….

Bob fahren auf Taa Nrum L-6-4


Das nächste Mal stößt sich Maki fortwährend mit den Beinen ab, aber er ist trotzdem nicht schneller. Totu tut es ihm nach und die beiden machen ein richtig fettes Wettrennen! Wala und Tara fahren auf einem Blatt runter, damit werden sie nur noch langsamer. Ich warte, bis meine Freunde unten angekommen sind und mache eine Solofahrt. Slalom mit dem Blatt-Bob, ja, das klappt gut! Applaus, Applaus, danke!
Nun nehmen mich Tara und Wala in die Mitte und wir sind im Nu wieder oben auf der Kuppe der Düne. Eigentlich geht das schneller als das Runterfahren. Gegen das Laufen meiner Freunde hat nichts eine Chance.
So, der nächste Durchgang. Maki, Tara und Wala hüpfen aufs Blatt und runter geht’s, ich tue es ihnen nach. Was macht Totu, der Oberspaßvogel? Er klemmt sich das Blatt zwischen die Beine, hält es mit der einen Hand vor dem Körper, mit der anderen hinter seinem Körper fest und läuft nach unten! So was!
Es sieht wahnsinnig komisch aus, wenn mein Freund mit seinen dünnen Beinen durch den Sand stakst. Und er lacht dabei aus vollem Hals, laut und wie immer schrecklich ansteckend: »Knaknaknaknakna!«
»Unfair, Totu!«, rufe ich und versuche vergeblich, ein ernstes Gesicht zu machen, »du bist ein Schummler!«
»Nein«, antwortet mein Freund, »ichi bin ein Sieger! Knaknakna!«

Ende gut, alles gut? Na ja …


Während ich nach draußen rudere, schauen meine Freunde immer wieder zweifelnd zwischen mir und dem Wasser hin und her. Wie Susanne, definitiv.
Langsam nähern wir uns der Insel. Vielleicht finden wir dort sogar einen Schatz, das wär’ super!
»Maki, magst du mal rudern? Probier’ es, das ist nicht schwer!«
Mein Freund hält sich mit beiden Händen an einem Knutunari-Stamm fest.
»Ach nein, Peter Peter. Rudere du weiter.«
»Ichi will, Petera!«, ruft Totu.
»Gut, da nimm!«
Totu stellt sich geschickt an. Aber wir bewegen uns wieder Richtung Ufer.
»Wir müssen den Platz wechseln Totu, anders geht es nicht. Komm herüber!«
Totu krabbelt auf allen vieren zu mir.
Dabei schwanken die Knutunari-Stämme ein wenig. Klar, sie sind ja nicht mit Beton zusammengeklebt, sondern nur mit den Lianen verbunden.
»Nein, nhicht, Totu!«, ruft Tara, rutscht auf ihrem Popo zu Maki und hält sich an ihm fest.
»Tara, bleib wo du bist!«, rufe ich.
Das Floß schaukelt noch stärker. Tara bewegt sich wieder an ihren ursprünglichen Platz. Wasser schwappt herauf.
»Das Ruderrr! Das Ruderrr!«, ruft Wala und beugt sich ins Wasser, um es zurückzuholen.
»Wahrte, Wala, ich helfe, dir.«
Tara stützt sich auf Walas Rücken ab und beugt sich über sie drüber.
»Ich helfe auchi«, sagt Totu und setzt sich neben Wala.
»Halt, Totu, komm wieder rüber zu mir, ihr könnt doch nicht alle auf einer Seite sitzen!«
Zu spät! Das Floß senkt sich, für einen kurzen Augenblick ist es teilweise unter Wasser! Totu wechselt rasch auf meine Seite und bringt damit unser Gefährt wieder in die richtige Lage.
»Hilfhe!«
Tara ist in den See gefallen!
»Tara! Mein mein Schatz!«
»Tara«, rufe ich, »schwimm zurück zu Wala, Wala halt ihr deine Hand entgegen!«
»Wir können nichttt schwimmen, Peterrr!«, ruft Wala entsetzt.
»Petera tu was!«, ruft Totu, greift mit beiden Händen nach meinem Arm und schüttelt ihn heftig.
»Peter Peter hilf hilf ihr ihr!«, ruft Maki verzweifelt und wiederholt jedes Wort, wie immer wenn er besonders aufgeregt oder verwirrt ist.
Tara geht unter, mir versetzt es einen Stich ins Herz. Ich springe ins Wasser, puh, am Ufer war es nicht so kalt! Ich hole tief Luft und tauche unter.
Wo ist meine Freundin? Es ist zum Glück recht hell hier, die Sonnenstrahlen reichen einige Meter in die Tiefe.
Aua, das Wasser brennt in meinen Augen! Egal, das geschieht mir Recht. Wo ist Tara? Ich schaue in alle Richtungen, sehe meine Freundin aber nicht, nur Schwärme bunter Fische, denen ich keine Beachtung schenke. Da! Da ist Tara, geschätzte drei Meter unter mir. Ich drücke mich mit ein paar kräftigen Schwimmstößen nach unten. Meine Luft wird knapp. Mein Herz rast.

Sie sind wieder da


»So, Kinder, die Pause isth zhu Ende, kommt wieder rein, wir zeigen Pheter, whas wir heute gelernt haben.«
Doch dazu kommt es nicht. Denn plötzlich – oh nein, oh nein, oh nein, das kann doch nicht sein! Ein leider nur zu gut bekanntes Geräusch geht mir durch und durch. Es ist ein Kreischen und Poltern, ein Schmerzensgeheul, ein Jammern, Schmatzen, Winseln und Stöhnen, ein metallisches Klicken und Pfeifen, Zirpen und Knarzen, ein ohrenbetäubendes Gebrüll und das alles auf einmal und durcheinander!
Tutulu!
Die Tutulu sind wieder da!
Vier Raumschiffe, große, schwarze, glänzende Kugeln, sind wie aus dem Nichts gekommen und schweben etwa zehn Meter über uns. Die unzähligen Tentakel an den Flugkörpern zucken wirr, jeder hat an seinem Ende eine grell blinkende Kugel. Es schaut aus wie die LED-Lichtshow in einer Disco, nur viel, viel greller.
Für eine oder zwei Sekunden stehen wir alle fassungslos da. Dann ergreift Tara die Initiative.
»Ganz ruhig, Kinder, wir machen unshere Entspannungsübungen, wir alle können dhas! Rückt näher zusammen.«
»Die Tutulu haben keine Chance gegen uns. Wir schaffen das«, bekräftige ich die Aufforderung meiner Freundin.
Tara und ich beginnen mit den Übungen und die Kinder machen sofort mit. Sie schauen nicht wirklich ängstlich, wahrscheinlich sind sie schon von je her an diese Plagegeister gewöhnt.
Wir ziehen unsere Schultern hoch, so hoch es geht, fast bis zu den Ohren, und halten die Spannung fünf Sekunden lang. Dann ziehen wir die Schulterblätter zurück zur Wirbelsäule und bleiben wieder fünf Sekunden so stehen. Nun spannen wir alle unseren Bauch an, als müssten wir einen harten Stoß abwehren, ich zähle laut bis fünf, aber auf Quomaianisch, das heißt, nicht eins, zwei, drei, vier, fünf Sekunden, sondern ich zähle in Millionen Quatonis.
Ein paar Mädchen schauen hinter sich.
»Nhicht zu den Tutulu hinschauen, schaut nur zhu uns«, ruft Tara ihren Schülern zu, »schaut Pheter und mich an!«
Die Tutulu haben ihre abwartende Position aufgegeben und schweben nun auf unserer Höhe. Sie umkreisen uns, zuerst langsam, dann immer schneller. Dabei geben sie ein nervtötendes Zischen von sich, das mir durch und durch geht.
»Das nützt ihnen gar nichts«, sage ich laut, »wir vertreiben sie auf jeden Fall!«

Mein schlimmster Alptraum

Am Freitag hatten wir in der dritten Stunde Physik beim Direktor Sonnsteiner. Er ist nicht allein gekommen, sondern hat einen Polizisten mitgenommen. Voll arg! Beide sind zuerst still vor uns gestanden und haben ernste Gesichter gemacht.
Der Herr Direktor hat das nach einer Minute oder so beendet: »Guten Morgen, das ist Inspektor Kriechbaum. Drei Diebstähle in einer Woche, das ist eine ernste Sache und ich tue es nicht als Dummejungenstreich ab. Darum habe ich die Polizei verständigt.«
Na servus! Es war sofort mucksmäuschenstill in der Klasse. Das kommt selten vor. Alle haben wir zu den beiden Männern hingeschaut.
»Bitte«, hat der Herr Direktor dann gesagt und dazu mit der Hand eine Geste in Richtung des Polizisten gemacht.
»Guten Tag. Ich bin wie gesagt Inspektor Kriechbaum. Ich gehe mit eurem Schulleiter von Klasse zu Klasse und versuche, dieses Delikt aufzuklären. Diebstahl, meine Herrschaften, ist nichts Harmloses, sondern nach dem Österreichischen Strafgesetzbuch eine Straftat! Eine Straftat gegen das Eigentum. Hier in der letzten Klasse muss ich zusätzlich erwähnen, dass einige von euch vielleicht schon das vierzehnte Lebensjahr erreicht haben und somit das Jugendstrafrecht zur Anwendung gebracht werden kann. Ansonsten werden eure Eltern zur Verantwortung gezogen.«
Dann hat er ungefähr eine halbe Minute lang stumm durch die Klasse geschaut, das war noch unangenehmer als zuvor seine Ansage in diesem kuriosen Amtsdeutsch. Wenn es zuerst schon absolut still in der Klasse gewesen ist, so war das jetzt ein komplettes Geräuschvakuum.
»Ich möchte euch um sachdienliche Hinweise ersuchen, gerne auch unter vier Augen.«
Da hat Ralf aufgezeigt. Ich hab noch gedacht, ich glaub, ich spinn, das ist das letzte Mal in der ersten Klasse passiert oder so! Normalerweise müssen ihn die Lehrer aufrufen, weil er von selbst eh nie mitarbeitet. Dann sagt er oft totalen Schwachsinn, er ist nicht gerade eine Leuchte in der Schule. Das ist sicher auch ein Grund, warum er dauernd hinpeckt auf mich.
»Mir ist aufgefallen«, hat er gesagt, »dass es immer dann passiert, nachdem Peter während der Stunde am Klo war.« Dabei hat er so richtig selbstgefällig geschaut.
»Was? So eine Lüge!«, ist dann Susanne sofort herausgeplatzt.
Und ich: »Hast du einen Vogel?«
»Peter? Wer ist Peter?«, wollte Herr Kriechbaum wissen.
Ich bin aufgestanden.
»Mein Name ist Peter Bauer, Herr Inspektor und ich bin kein Dieb.«

Die alte Prophezeihung


Einer von ihnen wagt sich noch näher an Susanne heran und sein Zirpen wird lauter. Dann rollt er auf einmal schnell vor und zurück und vor und zurück. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, der Tutulu verbeugt sich! Was geht da ab?
»Das Fueermchäeden!«, fiept der Tutulu.
Ich verstehe kein Wort.
»Dhas Feuermädchen«, übersetzt Tara flüsternd und macht große Augen.
»Sie meinen Susannanne«, sagt Totu überrascht.
Maki macht wortlos den Mund auf und zu.
»Oh«, flüstert Wala.
Da fährt der Tutulu blitzschnell einen langen Greifarm aus, auf Susannes Gesicht zu.
»He, weg da«, rufe ich und schlage den Arm zur Seite, bevor er sie berührt. Der soll Susanne bloß in Ruhe lassen, sonst lernt er mich kennen!
»Nicht, Peter, ich glaube, der wollte nur meine Haare angreifen.«
»Und da graust dir nicht?«
»Fueermchäeden«, wiederholt der Tutulu.
Er fixiert Susanne mit seinen großen, schwarzen Augen. Ich finde seinen Blick bösartig. Einen Mund sehe ich nicht, das Wort kommt einfach aus seinem Inneren!
Jetzt kommen alle Tutulu näher bis sie mit dem ersten eine Linie bilden und rollen dann auch ein paarmal vor und zurück.
»Das Fueermchäeden wrid den Fidreen biregnn!«, ruft ein anderer Tutulu.
»Dasss Feuermädchen wird den Frieddden bringen«, übersetzt Wala erstaunt.
»Die alte alte Weissagung!«
»Welche Weissagung, Maki?«
»Eine Geschichte eine Geschichte, die man sich schon seit vielen Generationen erzählt«, antwortet mein Freund.
»Es heißt, dhas Fheuermädchen wird von weit her kommen uhnd auf Taa‑Nrum L‑6‑4 wird Eintracht und Frieden einkehren«, ergänzt Tara.
»Feuermädchen?«
»Na, ich, Peter, mit meinen roten Haaren.«
»Das ist mir schon klar, Susanne, so blöd bin ich auch wieder nicht. Aber warum und wieso und wie, das kapiere ich nicht.«
»Ich ehrlich gesagt auch nicht«, gibt Susanne zu.

Ende der Leseprobe.

Viel Spaß beim Lesen des Buches
»Susanne auf Taa-Nrum L-6-4 – weitere Sciencefiction-Abenteuer mit Entspannungsübungen nach Jacobson«
wünscht
Edith Mair

 

Hier finden Sie die Leseproben zu allen Büchern von Edith Mair!