Hamster Billie - Spass auf vier Pfötchen

 

Hamster Billie – Leseprobe

Das ist die Leseprobe zum Buch

Hamster Billie – Spaß auf vier Pfötchen
ISBN 978-3-6957-8419-6
Books on Demand, neue Auflage 2026
124 Seiten (ideal für Kinder, die nicht soo gerne lesen)

Hamster Billie Spaß auf vier Pfötchen:

 

Inhalt des Buches

Billie erzählt dir von ihren lustigen Abenteuern!

Das putzige Hamstermädchen Billie lädt dich in diesem fröhlichen Kinderbuch ein, gemeinsam mit ihm tolle Abenteuer zu erleben. Mit viel Humor nimmt Billie dich auf spannende Streifzüge mit, schildert waghalsige Klettereien und hält das »Frauli« ordentlich auf Trab. Eines Nachts entwischt das vorlaute Hamsterchen sogar aus seinem Käfig!

Billies Geschichten sind eine Einladung, dich in die Gedanken und Gefühle eines Tieres hinein­zuversetzen, selbst wenn du keines besitzt. Lass dich von dem kleinen Fellknäuel entzücken und entdecke die Welt mit den Augen eines Hamsters!

Die vergnüglichen Hamstergeschichten machen Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Spaß!

Quelle der Inhaltsangabe: Verlag BoD

 

Übrigens – ein Teil dieser Leseprobe ist auch auf YouTube zu hören (allerdings aus Texten der alten Auflage):

https://youtu.be/1BDixF395A8

Die Kapitel des Buches:

Die Ankunft ……… 9
Besuch ……… 15
Aus klein wird groß, hurra! ……… 21
Freiheit! ……… 29
DUU! KAANNST! NIICHT! VOORBEII! ……… 37
Spiel und Spaß mit Frauli ……… 43
Aua, Bauchweh! ……… 49
Hin und her und rauf und runter ……… 55
Wer frisst mein Futter? ……… 65
Billie auf Nachtausflug ……… 69
Pfui! Bäh! Grauslich ……… 79
Käfigputzen – nein, danke! ……… 91
Frauli ist böse auf mich ……… 99
Leb wohl, kleine Billie ……… 105
Nachwort für junge Leserinnen und Leser ……… 111

Die Kapitel sind einzelne, abgeschlossene Geschichten, man kann das Buch immer wieder zur Hand nehmen und weiterlesen! Jetzt die Leseprobe:

Die Ankunft

Mich will es haben? Im Ernst? Mich? Ich wohne in der Tierhandlung Pfötchen & Taps.
Wir alle teilen uns einen großen Käfig: meine Geschwister und ich, Cousins, Cousinen und weitere Verwandte, Freundinnen und Freunde.
Wenn Menschenwesen kommen, rätseln wir jedes Mal, wen von uns es dieses Mal erwischen wird. Das Wesen, das uns füttert, öffnet den Käfig und greift rein. Wir laufen wild durcheinander und suchen Zuflucht unter der Treppe, in den Röhren, und Flauschi hüpft in die Toilette und hält sich die Augen zu.
Aber die große Vorderpfote schnappt immer einen von uns. Die Menschenwesen gehen fort und nehmen das arme Würstchen mit. Was mag mit diesen Hamstern passieren? Wir erfahren es nie.
Beim letzten Mal hat es den grauen Grobian erwischt, der uns ständig von der Futterschüssel weggedrängt hat. Und dann hat er sich die besten Leckerlis geschnappt. Na, dem weinen wir keine Träne nach.
Und jetzt zeigt dieses Menschenwesen auf mich. Weg da, weg alle! Ich will rein in den hohlen Baumstamm, iiich! Ich will mich verstecken. Rette sich, wer kann! Schubs mich nicht, Cousin Langzahn! Wer hält sich da an meinem Schwänzchen fest? Aua, Braunchen, du stehst auf meinem Fuß!
Oje, das Fütterwesen hebt den Baumstamm hoch und schüttelt ihn. Niiicht! Aber ich halte mich fest. Ich lasse nicht los. Ich laffe nifft lof. Ich halte miff mit meinen Tfähnen feft!
Die anderen Hamster purzeln der Reihe nach aus dem Baumstamm heraus. Ihr Luschis! Leider hat Festhalten nix gebracht, denn ich werde samt dem hohlen Baum in einen Käfig gesetzt. Aber ich bleibe in diesem Baum und komme niiie mehr heraus. Nur dass du es weißt, du unbekanntes Menschenwesen!
Zuerst steht der Käfig still und das Menschenwesen unterhält sich mit dem Fütterwesen. Doch auf einmal beginnt der Käfig zu schaukeln. Aufhören! Ich mag das nicht!
»Keine Angst, gleich sind wir zu Hause, Billi. Nur noch eine kurze Autofahrt.« Das Menschenwesen spricht mit mir?
Was bedeutet Billi? Was bedeutet zu Hause? Was bedeutet Autofahrt?
»Dein Frauli wird schon dafür sorgen, dass es dir gut geht«, fährt das Menschenwesen fort.
Was bedeutet Frauli?
Eines ist klar: Ich bleibe im hohlen Baumstamm – für immer und ewig. Das hab ich mir geschworen!…

Besuch

Ich fürchte, ich werde für die nächste Zeit beim Frauliwesen bleiben müssen. Denn ich weiß nicht, wie ich von hier wegkommen soll.
Zum Glück bin ich allein im Käfig. Das Frauliwesen hat keine weiteren Hamster aus der Tierhandlung mitgenommen. Das könnte ich nicht leiden! Wir Hamster wohnen lieber allein. Schließlich sind wir keine Meerschweinchen. Es hat mich in der Tierhandlung so genervt, das Futter mit anderen Hamstern teilen zu müssen. Und dann dieses andauernde Kuscheln und Schmusen! Das hält ja keiner aus. Na, mal sehen, wie es hier weitergeht.
Ich bin dann doch heimlich aus meinem hohlen Baum herausgekrochen und zum Futternapf geschlichen. So rasch wie möglich habe ich mir die Backen vollgestopft und bin – zack! – zurück in mein Versteck gesaust. Dort habe ich alles auf einmal aufgemampft. Mmmh! Das hat mir geschmeckt.
🐹🐹🐹
Heute sind Menschenwesen zu Frauli gekommen.
Ihnen wächst genauso buntes Fell am Körper wie dem Frauliwesen. Ob es auch täglich die Farben wechselt?
Ich glaube, es sind ein Weibchen und ein Männchen. Das Weibchen erkenne ich am langen Fell, das ihm am Kopf wächst.
Und durch das Fütterwesen aus der Tierhandlung weiß ich, dass die Menschenmännchen mit tiefer Stimme sprechen. Dieses hier ist aber wahrscheinlich noch jünger, denn seine Stimme ist nicht so tief.
Die Gäste sagen nicht Frauli zu meinem Frauliwesen, die beiden nennen es Ebip oder so. Wieso machen sie das? Der Name gefällt mir auch nicht besser. Deshalb nenne ich die Frauli weiterhin Frauli.
Ich will mutig sein – und mit meinem Käfig angeben –, und krabble aus dem hohlen Baumstamm heraus. Es ist für mich zwar mitten in der Nacht, aber ich habe noch Probleme damit, durchzuschlafen.
Ich laufe ein paar Runden im Käfig herum und die Menschenwesen begrüßen mich freudig:
»Mah, so liab!«
»Schau dir seine schwarzen Augerl an!«
»Wie der Popi wackelt, wenn er läuft!«
»Und das putzige Stummelschwanzerl!«

Freiheit!


»Mei, wie liab!«, ruft Frauli dauernd.
Sie meint mich, hihi! Da, dieser riesengroße Schrank schaut spannend aus und ich will herausfinden, was dahinter ist! Pffffffff, ausatmen, flach machen und drunter durch. Frauli quietscht. Bestimmt ist sie begeistert, weil ich mich so platt machen kann.
»Illi, homm raussa, ha fin Stromkabel unn Steckdosen!«, ruft sie mir nach.
Ich weiß nicht, was sie von mir will. Vielleicht hat Frauli auch etwas anderes gerufen. Ich habe nicht so genau hingehört, ich geb’s zu.
Wurscht, so wichtig wird es nicht gewesen sein. Ich habe keine Ahnung, was sie mit Steckdosen und Stromkabeln meint. Bestimmt feuern die Menschenwesen einander mit diesen Worten an. Was soll die Frauli denn sonst meinen, wenn ich mich so super flach mache und megageschwind unter den Schrank sause?
»Hopphopp! Schneller! Schneller! Los, los! Du schaffst das!«, würden wir Hamster rufen.
Aber was weiß ich schon von den Menschenwesen? Hoppla, was schubst mich denn da? Ups! Es sieht wie der – ups! – Schwanz einer Katze aus, ist aber dicker und länger, ups! Das Dingsi – ups! – verfolgt mich! Das ist mir nicht geheuer. Raus hier und nichts wie weg! Wo ist das Katzendingsi jetzt? Es ist nicht mehr zu sehen. Puh!
In der Ecke steht noch ein Schrank. Den will ich ebenfalls erforschen. Da brauche ich mich nicht unten durchzuquetschen. Auf der Seite ist genug Platz, und ich kann bequem nach hinten laufen. Rasch sause ich um den Schrank herum. Ich schlüpfe in den Spalt zwischen seiner Rückseite und der Wand und stemme mich nach oben. Noch ein bissel und noch ein bissel, Muskeln anspannen, du schaffst das, Hamsti! Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen, hollereitulieeeee!
Frauli ruft: »Billi! Billi! Wo bist du denn, Schatzi? Hier ist dein Frauli. Komm her zu mir!«
Ja, Frauli, bin gleich da. Aber komm her zu mir? Bin ich ein Hund? So, gleich hab ich’s geschafft. Ah, da geht’s raus.
Jö, jetzt kann ich Frauli in die Augen schauen, ohne dass sie sich zu mir herunterbeugen muss.
Aber warum schaust du denn so erschrocken, Frauli? Nein, sofort loslassen! Ich kann das nicht leiden! Und – schwupps – sitze ich wieder auf dem Boden. Dabei hab ich mich so geplagt. Gut, dann werde ich weiter im Revier herumlaufen.
Unter dem riesigen Dingsi, das Frauli Sofa nennt, gefällt es mir gut. Da werde ich zunächst mein Fell gründlich pflegen. Und danach sause ich wieder ein bissel hin und her. Es gibt hier ja sooo viel zu entdecken!

DUU! KAANNST! NIICHT! VOORBEII!

Der riesige Schrank, unter den ich neulich gekrochen bin, steht auf der Seite zwei Hamsterlängen von der Wand entfernt. Das sehe ich erst jetzt! Da könnte ich gemütlich nach hinten laufen.
Aber die Frauli hat ein Stückerl von dem Gitter dort hingegeben, das sie bei meinem ersten Freilauf um den Käfig gestellt hatte. Was hat die Frauli bloß immer mit ihrem Gitter? Überall gibt sie es hin!
Bestimmt hat sie vergessen, dass wir Hamster klettern können. Leider lässt mich Frauli nicht. Sie holt mich sofort vom Gitter herunter.
Weißt du, wie anstrengend es ist, an einem wackeligen Gitterzaun hinauf zu kraxeln, Frauli? Und wofür? Damit du mich – kaum bin ich oben – herunterhebst?
🐹🐹🐹
Ein paar Tage später darf ich wieder aus dem Käfig. Jetzt hat das Gitter am oberen Ende einen kleinen Sims. Es ist ein schmales Gitter, das Frauli quer auf dem Wackelzaun befestigt hat. Soll mich das davon abhalten, hinaufzukraxeln? Haha! Mein liebes Frauliwesen, weißt du nicht, dass wir Hamster richtige Kletterkünstler sind? Du musst noch viel über uns lernen.
Ich klettere bis unter den Sims und hangle mich mit den Vorderpfoten bis an sein Ende. Aua! Es ist unangenehm, mit den Hinterpfoten auf dem Gitterdraht zu stehen. Ich muss schneller kraxeln.
So, viiiel Schwung nehmen und kräftig zappeln und strampeln. Ich ziehe mich hoch und um den Sims herum und – oh! Frauli reicht mir ihre Vorderpfote zum Abstützen. Das ist lieb, danke für deine Hilfe!
Aber nein, nein, nein! Ich sitze stolz auf dem Gittersims und überlege, wie ich am besten auf die andere Seite komme. Da nimmt mich die Frauli in ihre Pfote … äh … in ihre Hand, und schneller, als ich schauen kann, bin ich zurück auf dem Boden. Das ist so, so gemein! Und spar dir dieses Stromkabel und Steckdosen, du meinst die Anfeuerungsrufe sowieso nicht ernst! Rasch flitze ich unters Sofa. Da werde ich eine Zeit lang schmollen.
Am nächsten Tag ist ein neuer Sims am Gitterzaun befestigt. Er ist eine Hamsterlänge breiter als der alte. Schlecht für Frauli, gut für mich. Denn dieser Sims biegt sich nach unten, kaum dass ich mich dranhänge.
Jetzt kann ich kinderleicht daran hinaufkraxeln. Na ja, richtig leicht geht es nicht! Ich muss kräftig strampeln, haxeln und ziehen, bis ich mit den Hinterpfoten am Gittersims Halt finde.

Spiel und Spaß mit Frauli


Ich sause unters Sofa und Frauli setzt sich hin. Sobald sie gut sitzt, schleiche ich wieder der Wand entlang, pirsche mich an den Kasten ran und zerre wieder am Gitter. Frauli springt wieder auf, läuft zu mir her, schimpft wieder mit mir. Ich tu wieder so, als würde ich mich fürchten und sause unters Sofa, Frauli setzt sich hin und unser Spiel beginnt von neuem. Immer wieder! Immer wieder! Frauli mag das, denn spielen ist viel lustiger, als wenn man gelangweilt auf dem Sofa sitzen muss, nicht wahr?
Einmal beugt sie sich zu mir herunter und wackelt mit dem Finger nah vor meiner Nase hin und her. Ich glaube, die Frauli will mich auf die Probe stellen. Ich beiße aber nicht in den Finger hinein. Ich lerne ja aus meinen Fehlern.
Ein anderes Mal hält mir die Frauli etwas vor die Nase, das köstlich duftet. Mmmh! Da rinnt mir das Wasser im Maul zusammen!
»Karotti, komm her zu mir, gutes Karotti, na los, Billi, nimm es, beiß rein«, sagt Frauli.
Ich bin nicht sicher, ob ich ihr trauen kann. Wer weiß, ob sie mich nicht bloß wieder in ihre Vorderpfoten nehmen will? Das tut sie ja besonders gern.
Frauliwesen unterbricht unser Steh-auf-setz-dich-steh-auf-setz-dich-Spiel, um die beiden Blödis rauszubringen. Das sind zwei Vögel und Frauli hat mich mal zu ihrem Käfig hinaufgehoben.
»Schau, Billi, das sind Pieps und Pups«, hat sie gesagt.
Nein, ich glaube, sie hat die beiden anders genannt. Ich habe mir die Namen nicht gemerkt. Mit dem flachen Kästchen spricht die Frauli öfter über ihre »Wellensittiche«. Ist mir auch recht.
Auf diese Bekanntschaft hätte ich echt gerne verzichten können, Vögeln will ich nicht zu nahe kommen! In freier Natur bin ich ihre Beute, sie jagen und fressen mich. Wieso weißt du das nicht, Frauli? Das weiß jeder. Vielleicht hat sie gedacht, dass diese zwei bunten Clowns für mich eh nicht gefährlich sind. Da hat sie recht. Ich glaube, die beiden Dummiane hatten in ihrem Käfig mehr Angst vor mir als ich anfangs vor ihnen. Sie sind zurückgewichen, haben mich belämmert angeschaut und keinen Ton von sich gegeben.
Ich so: »Ich binn derr grossse pöse Hammmsterr und fressse euchchch!«
Ich denke, sie haben mich nicht verstanden. Ich spreche kein Wellensittisch. Ist nicht nötig. Und unter meiner Würde.

Aua, Bauchweh!

Auweh, auweh! Seit gestern Abend tut mir mein Bauchi ganz schlimm weh. Woher kommt das? Und das Kacki kommt aus meinem Popi heraus, auch wenn ich nicht will.

Mein Frauliwesen sagt, ich bin krank. Buhuhu! Ich will nicht krank sein. Und das Schlimmste: Frauli sagt, dass ich im Käfig bleiben muss, bis ich gesund bin.

Sie hat Besuch. Ich glaube, es sind lauter Weibchen.

Nur bei einem bin ich mir nicht sicher. Dieses Menschenwesen hat eine hohe Stimme wie alle Weibchen, die ich bisher kennengelernt habe. Trotzdem ist das Fell am Kopf so kurz wie bei den Männchen! Das finde ich sehr verwirrend.

Keines der Weibchen sagt Frauli zum Frauliwesen, alle nennen es Ebip oder so ähnlich. Das finde ich noch verwirrender.

Es klingt wie ein hüpfender Spatz, der schimpft: »Ebip, Ebip, Ebip!«

Haha!

Frauli erzählt ihrem Besuch, dass ich Durchfall habe. Ich mag keinen Durchfall haben! Bis er vorbei ist, darf ich nur Haferbrei fressen. Und wenn ich ihn nicht fresse, muss sie ihn mir einflößen.

Bitte nicht einflößen! Ich weiß nicht, was das heißt, aber es klingt beängstigend. Du darfst deinem lieben Hamsterchen nichts einflößen, Frauli! Sie sagt, wenn es mir nach ein paar Tagen nicht besser geht, dann geht sie mit mir zum Tierarzt. Was bedeutet das? Was passiert dort mit mir? Ich mag nicht zum Tierarzt gehen!

Wer frisst mein Futter?


Bald darauf entdeckt die Frauli leider mein neues, geheimes Vorratslager. Ich übertreib’s nämlich. Weil ich nicht mehrmals laufen will, mampfe ich den Inhalt des frisch gefüllten Futternapfs komplett in mich hinein. Ich stopfe mir die Backen so voll, wie es nur geht: Noch ein Körnchen und noch ein Körnchen und eins geht noch rein! Dann kraxel ich aus dem Käfig.
Frauli sieht meine vollen Backen und lacht laut. Bestimmt ist sie nur neidisch. Sie schafft es nicht, ihr ganzes Futter auf einmal in ihren Mund zu stopfen, da bin ich sicher. Ich finde es großartig, wie viel Fressen in meinen Backen Platz hat. Und ich kann die Backen verschließen. Dadurch bleiben die Körner und Leckereien im Maul trocken, wenn ich Wasser trinke. Hast du das gewusst? Das soll mein Frauliwesen mal nachmachen!
Nun flitze ich unters Sofa. Der Platz hinter dem Sofabein, direkt an der Wand, ist ein tolles Vorratslager. Ich öffne mein Maul und leere das Futter aus meinen Backentaschen auf den Boden. Danach forme ich es zu einem netten Hügel. Schließlich muss ja alles seine Ordnung haben. Aber dann begehe ich leider den schlimmen Fehler, zu rasch mit leeren Backen unterm Sofa hervorzukommen.
»So schnell kannst du nicht aufgefressen haben«, vermutet Frauli.
Natürlich nicht! Was denkst du denn von mir, Frauli? Ich bin doch kein Gierschlund! Der Vorrat ist für schlechte Zeiten.
Frauli legt sich neben mich auf den Bauch. Sie schaut unter das Sofa, sieht das Fressi und lacht laut. »Hahaha, das ist ja ein ganzer Haufen.«
Ha. Ha. Sehr witzig. Rolling on se floor wis lafda. Ich verstehe nicht, was daran lustig sein soll. Mein Frauliwesen ist schon leicht zu erheitern.
Frauli isst mir die Körner aber nicht weg. Davor hatte ich am Anfang Angst. Allerdings kommt es mir ab und zu so vor, als würde der Vorrat verschwinden, ohne dass ich ihn gefressen habe. Obwohl ich mir sicher bin, ein paar Körner und Ringerln aufgehoben zu haben, ist das Versteck leer, wenn ich nachschaue.
Wenn ich es nicht besser wüsste, müsste ich glauben, hier wäre noch ein Hamster. Ich rieche aber nirgends einen. Das fehlte mir noch! Vielleicht sogar ein Männchen, das sich mit mir paaren will? Brrr! Ich will nicht kuscheln, säugen und Wiegenlieder singen. Außerdem bin ich zu jung, um Mama zu werden.
Ob Zwitschi und Plärri, die zwei bunten Schreihälse, die Diebe sind? Wollten sie mal richtig feines Futter fressen?…

Käfigputzen – nein, danke!


Aber es wird noch schlimmer! Jedes Mal, wenn die Frauli den Käfig putzt, dann steht da ein großes, schwarzes Dingsi. Es ist ein echt großes, ein überdrübergroßes Dingsi! Und aus dem Dingsi wächst eine lange Schlange heraus! Nein, ich glaube, das ganze Dingsi ist eine Schlange und der dicke Teil ist der Bauch, weil sie so viel frisst.
Diese Schlange ist schon beängstigend genug, aber sie hat auch einen ganz, ganz langen, dünnen Schwanz mit zwei glänzenden Stiften an seinem Ende. Oder sind es Zähne? Sie sind länger als meine eigenen! So ein eigenartiges Tier, mich gruselt’s.
Nachdem die Frauli Sägespäne und Heu erneuert hat, steckt sie das Ende des Schlangenschwanzes in zwei Löcher an der Wand, in die die Stiftzähne der Schlange genau hineinpassen. Dann tritt Frauli diesem Ungetüm fest in den Bauch. Ich glaube, sie kann es auch nicht leiden.
Der Tritt tut dem Tier weh, denn es beginnt so laut zu brummen, dass Fraulis schwarzes Kästchen dagegen wie Vogelgezwitscher klingt. Es erschreckt mich jedes Mal, das kann ich dir sagen! Richtig Herzklopfen krieg ich da. Sofort eile ich ins Erdgeschoß hinab, und verstecke mich im alten Schlafhäuschen. Da hat mich die furchtbare Schlange noch nie gefunden.
Sie schleicht um den Käfig und die Bodenschale herum und frisst alles, was sie mit ihrem runden Maul erwischt. Das Ungetüm verschlingt Einstreu, die danebengefallen ist, Heu und sogar mein Kacki! Wie grauslich ist das denn, bitte? Ich sehe keine Zähne. Das Ungeheuer schlürft alles in sich rein. Dabei brummt es die ganze Zeit vor sich hin. So was von wehleidig!
Frauli packt die Schlange am Hals und will sie zurückhalten, aber das Untier ist stärker und zieht die Frauli mit! Trotzdem lässt mein tapferes Frauliwesen die Schlange nicht los. Ich hab Fraulis Kampf mit der Schlange einmal gesehen, als ich mutig sein wollte und aus dem Schlafhäuschen hinausgeblinzelt habe. Glaub mir, es war echt erschreckend!
Irgendwann kann die Frauli dem Ungeheuer nochmals in den Bauch treten und sofort verstummt es. Frauli lässt den Hals der Schlange los. Jetzt rührt sich das Tier nicht mehr. Ist es in Ohnmacht gefallen?

Ende der Leseprobe.

Viel Spaß mit dem Buch
»Hamster Billie – Spaß auf vier Pfötchen«
wünscht
Edith Mair

 

Übrigens – ein Teil dieser Leseprobe ist auch auf YouTube zu hören:

https://youtu.be/1BDixF395A8

 

Hamster  Billies fröhliche Geschichten:

 

Hier gibt es weitere Infos zu Billies lustigen Abenteuern. Und hier finden Sie die Leseproben zu allen meinen Büchern.

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