Warum Fotos Ihrer Kinder nicht ins Netz gehören
Ein Aufruf zur digitalen Achtsamkeit.
Instagram, Bluesky, Threads oder TikTok – wir wollen Erlebnisse mit anderen teilen, besonders wenn es Kinder betrifft: die lustige Strampelhose, der erste Geburtstag, ein Nachmittag am Spielplatz. Aber gerade wenn es Kinder betrifft, sollten wir uns fragen: Wollen wir wirklich der ganzen Welt unsere Kinder zeigen?
Um echte Kinder zu schützen, ist dieses Bild KI-generiert.
Die Privatsphäre beginnt im Kindesalter
Jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre. Das gilt auch für Kinder – selbst wenn sie noch nicht selbst dafür eintreten können. Ihr Foto im Netz kann Jahrzehnte für vollkommen Unbekannte zu sehen sein! Was heute herzig erscheint, kann ein paar Jahre später beschämend sein oder sich nachteilig auswirken. Überlegen Sie: Will Ihre Zwölfjährige, dass Schulkollegen ein Nacktfoto am Eisbärenfell von ihr im Internet finden, selbst wenn sie damals ein Baby war? Oder soll der Arbeitgeber ein Foto Ihres Sohnes mit Schokolade verschmiertem Mund sehen?
Kinder sollen selbst entscheiden dürfen, welche Bilder von ihnen öffentlich sind! Am besten gar keine. Nehmen Sie Ihre Kinder ernst!
Schutz vor Missbrauch und Datenkriminalität
Leider gibt es im Internet nicht nur gutgesinnte Menschen. Bilder von Kindern können in falsche Hände geraten, verfälscht oder in einem bedenklichen Umfeld verwendet werden. Möchten Sie wirklich, dass sich ein Bild Ihres Kindes auf der Festplatte eines Pädophilen findet? Auch geschlossene Chatgruppen sind nicht sicher! Sie können nicht verhindern, dass die Tante Mitzi das Bild vom schnuckeligen Bubilein – trotz gegenteiliger Versprechen – stolz an die liebe Freundin weiterleitet und die an ihre Schwester und die an den Nachbarn und … Alles was elektronisch verbreitet wird, kann missbräuchlich verwendet werden!
Auch verwendet beispielsweise Gesichtserkennungssoftware öffentlich zugängliche Fotos – das können Sie kaum verhindern und nicht beeinflussen, was damit passiert! Und schließlich: Wer Bilder veröffentlicht, gibt dazu oft auch Informationen preis: Name, Wohnort, Schule, Hobbys etc. – daraus können Fremde ganz einfach ein Profil Ihrer Kinder erstellen. Wollen Sie das?
Digitale Fußabdrücke bleiben bestehen
Einmal ins Internet gestellt, lassen sich Bilder ganz schwer wieder löschen! Sogar wenn sie entfernt werden, können Bildschirmkopien längst weiterverbreitet worden sein. Die Inhaber der Bilder können sich schlecht dagegen wehren und Kinder schon gar nicht! Das kann Ihrem Kind später Probleme bereiten, etwa im Freundeskreis oder bei der Arbeitssuche.
Eltern tragen Verantwortung für ihre Kinder – auch digital
Natürlich sind Sie als Eltern stolz auf Ihren Nachwuchs und wollen besondere Momente mit anderen teilen. Aber stellen Sie sich bitte folgende Frage: Würde mein Kind dieses Bild in zehn Jahren selbst veröffentlichen? Wenn nicht, dann gehört es besser ins Familienalbum geklebt statt ins Internet gestellt. Es gibt zwar private Cloud-Ordner oder verschlüsselte Messenger, die verhindern sollten, dass ein Bild weltweit herumgereicht wird. Aber die Cloud kann gehackt werden. Und was die Tante Mizzi in der Chatgruppe damit macht – siehe oben. Wie gesagt, was elektronisch verbreitet wird, lässt sich schwer festhalten! Wo Menschen sind, passieren Fehler oder Unachtsamkeiten. Lassen Sie es nicht so weit kommen!
Schlussbemerkungen
- Kinder eignen sich nicht zum Herzeigen wie ein schöner Ring oder das neue Auto.
- Schützen Sie Ihre Kinder, zeigen Sie Ihnen Respekt und lassen Sie sie selbst entscheiden, ob sie ihre Fotos veröffentlichen wollen – sobald sie alt genug dafür sind.
- Bewusster Umgang mit Bildern ist ein Zeichen dafür, dass Sie sich um ihre Kinder sorgen und sie beschützen wollen!
- Viele Likes sind kein Ausdruck von Kinderliebe, Verantwortung Ihren Kindern gegenüber ist es sehr wohl.
Übrigens: Wenn Ihre Kinder alt genug für das Internet sind, dann klären Sie sie bitte über die Gefahren auf! Auch Teenager sollten ihre eigenen Bilder nicht ins Internet stellen!
Lesen Sie auch meinen Blogbeitrag Gefahren im Internet – so schützen Sie Ihre Kinder.
Edith Mair schreibt spannende Kinderbücher, aber nicht nur. Die Kinder in ihren Büchern wachsen über sich hinaus – weil Erwachsene ihnen vertrauen. Die Bücher sind oft lustig, manchmal traurig, aber immer ungewöhnlich!
Und in den Blogbeiträgen von Edith Mair geht es meist um Themen, die Kinder betreffen.
Und hier gehts zur Übersicht der Blog-Artikel.
