Ist ein Haustier für mein Kind geeignet?

Ein Haustier kann eine unglaubliche Bereicherung für Ihr Kind sein!

Grundsätzlich üben Tiere auf Kinder einen positiven Einfluss aus. Kinder sehen in den Tieren ihre Freunde, ihre Spielgefährten, die Tiere spenden ihnen Trost und nehmen lebhaft an freudigen Ereignissen teil. Und Kinder lernen, Verantwortung zu übernehmen, und werden dadurch selbstbewusster. Dass zum Beispiel Hunde auch einen positiven Einfluss auf die Gesundheit ausüben, ist in Studien1) bestätigt: Allergien entwickeln sich weniger wahrscheinlich, weiters müssen Kinder mit Hunden Gassi gehen, die Kinder müssen sich also zwangsläufig im Freien bewegen. Und Kinder mit Haustieren werden empathischer, sie müssen sich auf das Tier einstellen, denn Tiere akzeptieren nicht jede Behandlung!

 

Vor der Anschaffung eines lebenden Spielgefährten sind aber unbedingt folgende Fragen zu beantworten:

  • Haben wir Platz? Ein Hamster zum Beispiel braucht einen Käfig, der mindestens 1m x 50cm x 50cm groß sein muss. Ist das Kinderzimmer dafür groß genug?
  • Können wir uns ein Haustier leisten? Das Futter ist etwa bei Kleintieren kein großes finanzielles Problem. Aber schon der Käfig hat seinen Preis und im Krankheitsfall können Tierarztrechnungen mehrere 100 EUR ausmachen! Katzen und Hunde müssen sogar regelmäßig zum Tierarzt.
  • Ist das Kind bereit, sich um das Tier zu kümmern, es zu füttern, die Ausscheidungen zu entsorgen, für Auslauf/Ausflug zu sorgen, zu beobachten, ob es gesund ist, etc.? Und sind die Eltern bereit, dies regelmäßig zu kontrollieren? Oder sind sie sicher, dass sie sich auf ihr Kind verlassen können?
  • Kann die Familie akzeptieren, dass Haustiere Schmutz machen? Wer schon einmal erlebt hat, wie ein nasser Hund nach einem Regenspaziergang freudig zurück in die Wohnung läuft und überall seine Tapser hinterlässt, bevor man ihn einfangen kann, um Pfoten und Fell zu reinigen, weiß, wovon ich rede.
  • Besteht vielleicht eine Allergie gegen das gewünschte Haustier? Das sollte vorher beim Arzt abgeklärt werden! Nichts ist schlimmer, als wenn man ein Haustier wieder weggeben muss.
  • Wer kümmert sich um das Haustier, wenn das Kind die Lust verloren hat? Oder muss das Tier dann weggegeben werden?
  • Wer kümmert sich im Urlaub um das Tier? Oder kann es mitgenommen werden? Katzen zum Beispiel nehmen Ortswechsel sehr übel.
  • Kann das Kind damit umgehen, dass das Tier stirbt?
  • Und umgekehrt: können die Eltern damit umgehen, dass das Tier noch lebt, wenn ihr Kind bereits aus der elterlichen Wohnung ausgezogen ist?

Aber schauen wir uns einmal genauer an, was bei den unterschiedlichen Haustieren zu beachten ist:

 

Ein schlafender Hund, eine Katze, im Körbchen sitzt ein Kaninchen und davor schnüffelt ein Hamster am Gras. Jedes Haustier hat seine Eigenheiten, die beachtet werden müssen!

 

Kleintiere

Wellensittiche und andere Ziervögel sind mit Einschränkungen für Kinder geeignet. Als Pärchen (und anders dürfen sie nicht gehalten werden!) werden sie oft nicht wirklich zahm, sondern bleiben aufeinander fixiert. Wenn es ihrem Kind reicht, die kleinen Federbällchen hauptsächlich zu beobachten und vielleicht auch mal mit der Hand zu füttern, und wenn es sich nicht daran stört, dass Sittiche, Liebesvögel etc. sehr laut Kreischen und Pfeifen können, dann wird es auch an Vögeln seine Freude haben.

Auch Meerschweinchen oder Kaninchen dürfen nicht einzeln gehalten werden! Das wäre – wie bei den Vögeln – Tierquälerei!

Hamster hingegen MÜSSEN einzeln gehalten werden.

Und die genannten Kleintiere lassen sich normalerweise nicht gerne anfassen (sie können beißen oder kratzen) – aber es ist unglaublich bereichernd und oft auch lustig, sie zu beobachten! Schauen Sie sich dazu das nur wenige Sekunden lange Video meines letzten Hamstermädchens Lili an!

Meerschweinchen und Kaninchen hatte ich noch nie, aber bei Hamstern kenne ich mich aus! Zum Beispiel sind sie nachtaktiv, das kann den Schlaf des Kindes stören! Was bei diesen süßen Fellknäueln sonst noch zu beachten ist, kann jedes Kind, sinnvollerweise BEVOR der Hamster angeschafft wird, im spaßigen Buch über mein Hamstermädchens Billie nachlesen. Sie selber erzählt, worauf es ankommt.
Hamster sind nicht anspruchslos, aber es macht riesen Spaß, mit ihnen zu spielen (wie gesagt, ohne sie anzufassen), und ihnen zuzusehen, wie sie durch den Käfig oder die Wohnung wuseln. Einmal zahm geworden kraxeln sie gern auf dir herum und holen sich Leckerlis aus deiner Hand!

Katzen

Sie bringen halb- oder ganz tote Vögel, Mäuse, Ratten etc. heim – darauf muss man gefasst sein! Und das Kind muss sich bereit erklären, das Katzenkisterl periodisch zu reinigen. Mit Katzen muss man, wie oben erwähnt, regelmäßig zum Tierarzt, das kostet nicht nur Geld sondern bereitet auch Stress, wenn die Katze nicht will. Andererseits sind sie wahre Schmusetiere, sie lassen sich üblicherweise anfassen und streicheln, und sie sind gute Seelentröster.

Hunde

Diese Vierbeiner brauchen viel Auslauf! Sie verrichten ihr Geschäft im Freien, das heißt, man muss täglich mehrmals raus, ob man will oder nicht, ob die Sonne vom Himmel herunter brennt oder es stürmt und schneit! (Das Kind möge sich vorstellen, wie es wäre, wenn es nur 1x täglich aufs Klo gehen darf!) Weiters brauchen Hunde mit langem Fell Fellpflege, damit es nicht verfilzt. Dafür muss man sich Zeit nehmen. Zu Beginn empfiehlt sich eine Hundeschule, die gern von Vereinen angeboten wird. Danach wird der Hund beim Spazierengehen nicht mehr keuchend an der Leine zerren, sondern brav neben seinem Herrchen/Frauchen gehen. Und er wird kommen, wenn man ihn ruft, das ist in brenzligen Situationen (z.B. ein anderer Hund nähert sich) wichtig! Aber auch die Hundeschule kostet Geld, mit Glück ist sie vom Vereinsbeitrag gedeckt. Ebenso muss man regelmäßige Beträge für den Tierarzt bereithalten!

Andererseits gibt es kein Tier, das seinem Besitzer so treu ergeben ist! Wem geht der Blick eines Hundes nicht durch und durch? Hunde lassen sich gern streicheln und spielen freudig mit Kindern, sie sind gute Gefährten für den Nachwuchs!

Ein Haustier für mein Kind – Fazit

Ein Haustier anzuschaffen muss wohlüberlegt sein, aber am Ende des Tages überwiegen die Vorteile – selbst wenn ich hier viele Nachteile aufgezählt habe, weil man sie einfach berücksichtigen muss.

 

Abschließend sei gesagt, dass ein Haustier keine Puppe ist, die man ins Eck setzen kann, wenn man die Lust daran verloren hat! Tiere sind fühlende Wesen, so sind sie auch zu behandeln! Eltern müssen wissen, was sie ihren Kindern in dieser Hinsicht zutrauen können.

 

Hier gehts zur Übersicht der Blog-Artikel.

 

_______________

1)  https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0208472: „Pet-keeping in early life reduces the risk of allergy in a dose-dependent fashion“, 19. Dezember 2018

 

 

 

Nach oben scrollen