Gestatten, mein Name ist Hamster – 4. Freiheit!

Heute war es so weit, heute durfte ich raus aus meinem Käfig. 😀

Pflanzerei

Mein Frauli-Wesen hat das Käfig-Türl aufgemacht und ich – nichts wie raus. Aber von wegen Freiheit! 😯 Mein Frauli-Wesen hat rund um den Käfig ein ungefähr drei Hamsterlängen hohes Gitter gestellt, das eine Fläche von etwa fünfzehn Hamsterlängen lang und breit eingeschlossen hat.
Freiheit schaut anders aus, mein liebes Frauli! 😐 Weißt du nicht, dass wir in freier Natur viele Kilometer täglich laufen?
Und wozu sollen diese seltsamen Dinge gut sein, die du mir da herein gelegt hast, Frauli? Soll ich damit spielen? Hab sie angeschaut, beschnüffelt und für uninteressant befunden. So. 😐

Aber das Gitter – DAS interessiert mich! Ist nicht sehr hoch, drüber und weg! Hoch mit dir, Billi, und – ah geh, nein! Mein Frauli-Wesen sagt: „Niicht, Billi“, und hebt mich wieder runter auf den Boden. Gut, vielleicht darf ich hier nicht drüber kraxeln. Probiere ich es dort. Rauf, rauf, rauf und – mein Frauli-Wesen bringt mich wieder zurück auf den Boden. Was soll denn das, verstehst du mich nicht, Frauli? Ich will da drüber!
Nach vielen weiteren vergebenen Versuchen hat es mein Frauli-Wesen endlich kapiert und gibt das Gitter weg. 😀

Auf Entdeckungstour

Freiheit!
Jö, was gibt es da alles zu bestaunen und zu beschnuppern!
Ich laufe hier hin und da hin, mein Frauli-Wesen ruft immer wieder: „Mei, wie liab!“ 😆
Da – dieser riesengroße Kasten schaut interessant aus und was dahinter ist, will untersucht werden! Pffffffff, ausatmen, flach machen und unten durch. Frauli quietscht, sie scheint begeistert zu sein, weil ich mich so platt machen kann. Sie ruft mir „Stromkabeln“ und „Steckdosen“ nach, ich verstehe die Bedeutung dieser Worte nicht, so zeigen die Menschenwesen wahrscheinlich ihre Anerkennung.

Aber was schubst mich denn da? Aua! Schaut aus wie der – aua – Schwanz einer Katze, aber viel fester, aua! Das Ding – aua – verfolgt mich! Raus hier. Das ist mir nicht geheuer. 😮

So, da drüben in der Ecke steht ein kleinerer Kasten, der will auch begutachtet werden. Da brauche ich mich nicht unten durch zu quetschen, links davon ist genug Raum, da kann ich bequem nach hinten laufen um dieses Ding von allen Seiten näher zu untersuchen. Danke, Frauli, gut gemacht! 🙂
Reeechts um und zwischen Wand und Rückseite des Kastens stemme ich mich nach oben. Noch ein bissel und noch ein bissel …
Wenn wir erklimmen, schwindelnden Höhen, hollerreitulieeeee! 😎
Frauli ruft: „Billi, Billi! Schatzi, wo bist denn? Komm zum Frauli, komm her da!“ Ja eh, Frauli, bin eh gleich da, bin gleich am Ziel. Außerdem – ‚komm her da‘. Bin ich ein Hund oder wie? 🙄
So, gleich geschafft.
Ah, da geht’s raus.
Jööööh! Bin ich weit oben! 😯 Ich kann meinem Frauli-Wesen in die Augen schauen! Aber warum schaust denn so erschrocken, Frauli?
Nein! Nicht wieder nehmen! Ich mag das nicht!
Und jetzt bin ich wieder am Boden. 👿 Dabei hab ich mich so geplagt.

OK, dann wird mein Revier weiter inspiziert.

Unter dem Sofa gefällt es mir auch gut. Hier ist erst mal eine Runde Fellpflege angesagt. Und dann wieder ein bissel herumsausen. Es gibt hier ja soo viel zu entdecken!

Kurz darauf nimmt mich Frauli – du weißt aber eh, dass ich das gar nicht mag, oder? – und setzt mich wieder im Kafig ab. Da steht dann ausgiebig fressen samt folgendem Verdauungsschläfchen am Plan.

Ein paar Tage später darf ich wieder hinaus in mein Revier. Ja, es ist nun mein Revier. Hat irgendjemand daran gezweifelt?

Mein Frauli-Wesen lernt sehr rasch. 😛 Diesmal steht von Anfang an kein Gitter herum. Ich muss sofort wieder hinter den großen Kasten, bin letztes Mal nicht sehr weit gekommen, mit meinen Erkundungen.

Nochmals ausatmen, platt machen und … oh! Was ist das? Ich komme da nicht durch! Gitter? Hier ist ein Gitter! Wie kommt das hier her?
Ich habe mein Frauli-Wesen in Verdacht, weil sie gar so schallend lacht.
Das muss ich doch da weg kriegen! Fest reingebiffen und getferrt und getfogen und gleich hab iff ef … Oh nein. Mein Frauli-Wesen hebt mich weg und sagt mir wieder, wie schlecht das für meine Zahndi ist. Spaßbremse! 😡

Rasch zum anderen Kasten, aber – hier ist auch alles vergittert! Ich sollte nicht so viel schlafen, diese Aktion habe ich überhaupt nicht mitbekommen. Und links vom Kasten ist ein dicker Holzpflock. Hier also auch kein Durchkommen. Aber er schaut lecker aus … Miammi – er ist es auch! Da kann ich mir nach Herzenslust meine Zähne schärfen! Oh, mein Frauli-Wesen kommt und – hebt mich gar nicht weg!?! 😯 Asso? 😯 Dann weiter mampfen und schaben und beißen!
Aber … hmm … wenn’s Frauli nix dagegen hat, macht es eigentlich gar nicht mehr so viel Spaß.
Ich drehe mich um, setze mich auf und warte auf eine Reaktion von Frauli.
„Mei, jetz machst Männchen auch noch, ich könnte dich knuddeln!“
Ich bin ein Weibchen, Frauli, ich – – bin – – ein – – Weibchen!

Ein letztes Mal kräftig ins Holz gebissen (den Kasten muss ich später versuchen, das darf ich nicht vergessen, der ist auch aus Holz) und dann unter’s Sofa gesaust und noch ein bisschen hier hin und da hin – sag, Frauli, musst du die ganze Zeit herum stehen und schauen, was ich tue? Relax, meine Gute, setz dich einfach hin! 😆

Oh, was spüre ich da in meinem Bauch? Hunger!! Ab zum Futternapf und danach ein ausgiebiges Nickerchen.

 

Nächstes Kapitel: 5. DHUUUU KHANNST NIICHT VHORBEIIII!
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