Gestatten, mein Name ist Hamster – 3. Tausche Schuhschachtel gegen Palast

Ich bin schon ein paar Tage bei meinem Frauli-Wesen, die meiste Zeit lässt sie mich allein und das ist gut so.

Ich fühle mich nicht wohl

Groß ist es nicht, mein Haus. Binnen weniger Sekunden hatte ich hier alles markiert. Auch das Rad ist mir viel zu klein. Ich muss beim Laufen meinen Rücken durchbiegen – das soll gesund sein?? Da hat das Fütter-Wesen meinem Frauli-Wesen einen Schmarrn verkauft. Bin ich eine Zwergmaus, oder was?? Mein Schlafhäuschen geht grad so, aber ich habe noch vor zu wachsen – was dann? Und Plastik – echt jetzt? 😡

Nach drei Tagen habe ich festgestellt, dass ich meine Schnauze zwischen die Gitterstäbe stecken kann, sie sind nur ganz dünn und der Zwischenraum ist breit genug. Und ich versuche, das Gitter durchzubeißen. Irgendwie muss ich raus kommen aus diesem kleinen Käfig. Schmecken aber abscheulich, diese Stäbe, pfui Teufel! 😡

Da draußen gäbe es viel zu sehen und zu erforschen. Und mein Käfig ist mir zu klein, hier kann keiner wohnen! Was würden meine Geschwister sagen, das ist ja richtig peinlich. Substandard-Käfig. Das geht gar nicht.

Wenn mich mein Frauli-Wesen (Meins. Es gehört jetzt mir!) bei dieser Arbeit sieht, schreit sie: „Nicht, Billi, das ist nicht gut für deine Zahndi!“, und schubst mich weg vom Gitter. Was sind Zahndi? Der Käfig ist nicht gut für mein Gemüt, so schaut’s aus, Frauli-Wesen! 😥

Der Umzug

Dann hab ich einen neuen Käfig bekommen. Juchee! Einen riiichtig großen mit drei Etagen! Da hab ich schon um einiges länger gebraucht, bis ich alles markiert hatte, das kann ich dir sagen! 😛

Mein Frauli-Wesen spricht von Zeit zu Zeit zu einem kleinen, flachen, schwarzen Kästchen, nachdem dieses ein paar Sekunden lang – viel zu lange, für meine Begriffe – abscheuliche Geräusche von sich gegeben hat. „Manchmal im Leben darf man einen Fehlkauf machen“, hat Frauli-Wesen dem Kästchen erzählt. „Nein, hier beim Fressnapf, ich fahre nicht extra wegen des Käfigs so weit und dem Tierhändler kaufe ich sowieso nichts mehr ab, nachdem mich der so falsch beraten hat. Der Käfig wartet am Dachboden darauf, dass ihn mal irgendwer braucht.“ Ich glaube, das kleine Kästchen antwortet meinem Frauli-Wesen. Seltsame Dinge gehen hier vor … 😯

Das Schlafhaus im neuen Käfig ist auch größer als das alte und es ist aus Holz. „Bäck tu nätscher“, sage ich nur. Ich mache es mir mit – wie nennt es mein Frauli-Wesen? – mit Küchenpapier so richtig wohnlich. Es wird für mich in maulgerechte Stücke gerissen. Ist ganz OK, mein Frauli-Wesen. 🙂

Und das Laufrad! Schau sich doch einer das Laufrad an! 🙂 Es ist fast dreimal so groß wie ich, reicht von der ersten Etage bis zur Decke. Da kriegst du Muskeln, jawoll! Endlich Bewegung nach meinem Geschmack. 😀

Frauli-Wesen lacht am nächsten Tag, wenn außerhalb des Käfigs mein Gacksi herum liegt. Wieso soll ich meinen Sport im Laufrad unterbrechen und auf’s Klo gehen, das Gacksi fliegt doch ohnehin von selbst raus, der Fliehkraft sei Dank. Gell, was ich alles weiß. 😎

Außerdem werden Toiletten total überbewertet.
Ist zwar ganz nett, ab und zu mal darin zu baden, der feine Sand macht mein Fell so schön glänzend, aber sie regelmäßig zu benützen? Während ich gerade mit wichtigen Dingen beschäftigt bin, wie im Rad zu laufen oder meinen Käfig zu erkunden? Nee, sicher nicht.
Ja, es gibt ein paar Verwandte von mir, die schwören auf eine Hamstertoilette. Sklaven seid ihr, sage ich. Mit mir nicht! 🙄

Hach, es gefällt mir hier. Frauli hat ihrem schwarzen Kästchen erzählt, dass ich bald raus darf. Wann ist ‚bald‘?

 

Nächstes Kapitel: 4. Freiheit!
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