Gestatten, mein Name ist Hamster – 10. Frauli lässt sich gut erziehen

Neulich hatte ich einen ziemlichen Kampf mit meinem Frauli-Wesen auszutragen. 🙁 Ich musste entsetzlich, entsetzlich leiden, bis meine Erziehung endlich gewirkt hat! Ich weiß nicht – ist sie so widerborstig, oder so schwer von Begriff?

Folgendes ist passiert. Es beginnt damit, dass mein Frauli mit einem Futter daherkommt – also so etwas Grausliches habe ich noch nie gefressen! Geschmacksnote zwischen Hamsterpubs und Käfiggitter. 😡 Es ist zwar ein bisschen Hafer drinnen in diesem Fressen und etwas Weizen, aber sonst? Blätter undefinierter Herkunft – bin ich ein Reh? – und vor allem diese Ringerl, diese Mini-Donuts! Die bringst du nicht runter, die bleiben an den Backen kleben und werden immer ungenießbarer, je länger man sie kaut.

Was tun? Was jeder vernünftige Hamster tun würde: ich trete in den Hungerstreik. So. 😡

Das funktioniert auch eine Zeit lang, vor allem, weil ich ja doch einiges in meiner Vorratskammer habe. Der kluge Hamster sorgt vor! Doch irgendwann ist dort das Futter zu Ende und in der Schüssel immer noch dasselbe ungenießbare Fressen. Somit tritt Hungerstreik Stufe zwei ein, ich fresse jetzt wirklich nichts mehr.

Aber der Hunger kommt, der Hunger kommt, er kommt – er ist da. Was tu ich bloß? Vielleicht nochmals kosten von diesem … nein, pfui Deixl eini! Das kannst du nicht fressen! Frauli, was tust du mir bloß an? Und der Hunger nagt … Aber ich will standhaft bleiben. Sonst kapiert mein Frauli-Wesen vielleicht nie, dass ich dieses neue Fressen nicht leiden kann.

Ich muss mich ablenken. Einmal durch mein Haus laufen, rauf, runter, rauf, runter und anschließend ein paar Runden in meinem Rad drehen. Verflixt, Bewegung macht noch hungriger! Ich probier‘ das Futter nochmals. Ah, da ist noch Weizen, den hab ich übersehen. So, weiter ablenken. Vielleicht soll ich was singen?

Ein Hamster sitzt im Waalde,
ganz stiill und … hungrig. 😥

Hmmm.

 

Ein Hamster sitzt in Waaalde,
ganz still und stumm
und geht vor lauter Huuunger
im Kreis herum!

Saag, wo maag das Futter sein,
daas so köstlich schmeeckt und fein?

Ich fiind‘ es nicht, ich fiind‘ es nicht,
das kaann nicht seiin. 😥

 

Alle meine Haamster
laufen um den Seee,
laufen um den Seee,
sind so schrecklich huungrig
und das tut so weeh! 😥

Na ja.

 

Kommt ein Haamster gelaaufen
und den huungert so seehr,
and’res Fuutter musst kaaufen,
ist das wiirklich so schweer? 🙁

 

Buhuhu! 😥 😥 Hunger! Und das Fressen in meiner Schüssel ist ungenießbar.

 

Wieviel Zeit wird vergangen sein, seit ich das letzte Weizenkörnchen gefressen habe? Vermutlich gar keine. Ach Frauli, momentan mag ich dich gar nicht! Du kannst mich nämlich nicht veräppeln, dazu bin ich viel zu gescheit. Ich weiß genau, dass du weißt, dass mir das Futter nicht schmeckt! Behalte dir dein „Du musst das fressen, das habe ich neu für dich gekauft und ich habe nichts anderes“! Dieses Futter kannst du nehmen und ins Klo schmeißen!

Apropos Klo. Ich muss mal.

Äh … moment … was habe ich gerade gedacht? Ins Klo schmeißen? Vielleicht ist das die Lösung? Ich probiere es mal. So, geht’s her da, ihr grausligen Donuts, ihr kommt zuerst dran. 😛 Nein, lieber nur einen. Wer weiß, wie Frauli reagiert?

Und jetzt folgt mein wohlverdienter Schlaf. Es dämmert schon, nichts wie ab in meinen Bau!

Am nächsten Abend

Als ich aufwache, stelle ich fest, hurra, es hat wirklich funktioniert! Mein Frauli-Wesen hat das Klo mit neuem Sand gefüllt und der Donut ist weg! Und sie hat ihn – was ich kurz befürchtet habe – nicht wieder in meine Futterschüssel gegeben. Das würde ich riechen. So grausam ist Frauli dann doch nicht.

Zur Belohnung fresse ich einen dieser Do… nein. Wääh! Doch nicht. Aber Frauli hat nachgefüllt, es ist wieder einiges an Hafer und Weizen in der Schüssel und auch ein paar Maiskörner. Genug um einen ordentlichen Vorrat anzulegen, ist es zwar nicht, aber immerhin, satt werde ich.

Und die Mini-Donuts kommen ins Klo, das steht schon mal fest. Alle drei. Dass du es nur weißt, Frauli! Iss sie doch selber, deine Donuts. 😡

Zunächst aber raus aus meinem Haus, ich durchstreife mein Revier und schaue in allen meinen Höhlen nach (Frauli nennt sie Schachteln, was für ein eigenartiger Name dafür), vielleicht finde ich noch das eine oder andere zu fressen.

Und als ich mal kurz an meiner Futterschüssel vorbei schaue, möglicherweise ist ein Wunder geschehen und plötzlich genießbares Futter drin – nein, natürlich nicht – da verschließt Frauli das Türchen, klopft an die Wand und löscht damit meine Sonne aus, dann lässt sie mich alleine.

I c h   w i l l   a n d e r e s   F u t t e r,   F r a u l i ! ! ! ! 😯 😯

Vorsichtshalber durchsuche ich nochmals mein Haus, aber nein, mehr als ein paar verlorene Maiskörner finde ich nicht. Hmm … Rasch noch die Ringerl aus dem Futternapf gefischt und ins Klo geschmissen und dann ist schlafen angesagt.

Am Abend darauf

Da schau her! Mein Frauli-Wesen hat’s kapiert! Wieder ist mein Klo erneuert und die Ringerl sind verschwunden! 😀 Jetzt muss ich sie nur noch dazu bringen, dass sie anderes Futter kauft. Schmeiß dieses Futter in den Wald, Frauli, da gibt es sicher genug hungrige Hamster, die sich darüber freuen.

Aber was ist denn das? Ja, darf das wahr sein? Der große Hamster hat meine Gebete erhört! Es ist anderes Futter in meiner Schüssel! Siehst du, Frauli, schlussendlich setze ich mich doch durch, hä hä 👿 ! Jetzt aber ordentlich die Backen vollstopfen und meine Beute gut verstecken, wer weiß, vielleicht überlegst du es dir noch einmal und servierst mir wieder diese grässlichen Mini-Donuts? 😯

Gut ausgegangen

Ja, so war die Geschichte. Es hat gedauert, aber schlussendlich hat mein Frauli doch kapiert, wer hier bestimmt, wo es lang geht! 😎

 

 

Nächstes und letztes Kapitel: Leb wohl, kleine Billie

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