Gestatten, mein Name ist Hamster – 8. Ausgebüchst

So. Die Sonne ist vor einiger Zeit untergegangen, Frauli hat mein Revier verlassen und ich habe mir dann ein Schläfchen gegönnt, bin doch recht lange herum gesaust.
Ah! Ordentlich strecken! Jetzt genehmige ich mir mal ein gutes Fresschen und dann ist Radsport angesagt.

Jö!
Was ist denn das?
Da geht’s raus!
Frauli hat das Türl am Käfig-Dach offen gelassen. Wieso das denn? Hab ich heute Geburtstag oder was? Recken, strecken, bisschen noch, bisschen noch, ich kann das ..
So, geschafft! Ich sitze am Dach meines Kafigs. Hü-hüpf und runter!
Schau, schau! Da geht es aus meinem Revier hinaus! Ach, ich hab mein Frauli-Wesen soo lieb! 🙂

Ich kann laufen wohin ich will!

Asso, da stehen die zwei Clowns aka Wellensittiche, ihr Käfig ist zugedeckt. So verbringen sie also ihre Nacht. Ob ich sie ein bisschen schrecken soll? Nein. Lieber nicht. Ich bin ja nicht bösartig. Dumme Wesen nerven mich halt. Aber sie können nichts dafür, dass sie nicht so schlau sind wie ich. 😎

Wo wird denn mein Frauli sein?
Na, besser ich laufe ihr nicht über den Weg, vielleicht war das gar keine Absicht mit der offenen Käfigtür.
Wo geht es da hin? Jöh! So viel Neues!
Aha, da ist eine Höhle.
Hmm. Der Durchgang ist schon recht eng und hart, aber – pffffffff – mit ausatmen und platt machen komme ich durch.
Langer Gang. Hier ist es dunkler als dunkel. Gut, dass mir das nichts ausmacht. 😛

Ahaa, da ist etwas. Hmm .. gerippte, dicke Schlange, die nach oben .. Schlange? S C H L A N G E!!! 😯 Nichts wie weg!

Asso? Sie folgt mir gar nicht. Höre nichts. Dieses Ding muss etwas anderes sein, das untersucht werden will. Also zurück.

Es ist keine Schlange, Billie. Langsam und vorsichtig nähern. Es ist keine Schlange, Billie. Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen. Es ist keine Schlange, Billie.

Nein. Es ist tatsächlich keine Schlange. 😮 Was ist es dann? Vielleicht etwas zu fressen?
Bäh! Nein! 🙁 Pfwläh, pfwläh, wie werde ich den garstigen Geschmack auf meiner Zunge wieder los? Gut, dass ich nicht hinein gebissen habe. Außerdem ist sie sehr hart, diese gerippte Schlange. Asso? 😯 Hochklettern kann man an dem Ding. Na, ist es doch zu etwas gut.

OK, was ist hier? Weiches Material – das könnte ich für meinen Bau verwenden! Dann werde ich es mal in mundgerechte Stücke …. bäh! Das schmeckt genauso widerlich! Aber wenn es der guten Sache dient! Dann mal ran an den Speck – was auch immer das Ding hier ist (und was auch immer Speck ist!)
Pfui, nein, aus, mehr geht nicht. Das muss reichen. Die Krümel nehme ich dann mit in mein Schlafhäuschen.

Ich kraxel diese falsche Schlange noch ein bisschen hoch. Ja, da gefällt es mir. Keine Ahnung, worauf ich jetzt stehe, aber es wärmt mir mein Bauchi. Feiiin!
Hier ist es total interessant, bin gespannt, was ich noch alles entdecke. Aber es ist etwas rutschig, ich darf mich nur vorsichtig bewegen und muss … nein, nicht! 😳

Endstation

Uuupsi! 😳

Wo bin denn da jetzt?
Zumindest hatte mein Sturz eine weiche Landung.
Was ist das alles hier? Zerknülltes Küchenpapier vielleicht, oder so etwas ähnliches. Und bisschen härteres Papier, auch zerknüllt. Hmm. Riecht scharf. Und noch vieles, das ich nicht zuordnen kann.
Wo bin ich denn hier? Ich will da wieder weg.

Groß ist er nicht, der Raum in den ich hineingefallen bin. Er scheint rund zu sein, ich fühle keine Ecken. Und die Wand ist sehr, sehr glatt, da kann ich nicht hoch kraxeln. Unmöglich.
Springen vielleicht? Hü-hüpf! Hü-hüpf!

Nein. Keine Chance. Oh je, oh je, oh je, oh je, oh je! Huston? Äh … Huston! Wir haben ein Problem!

Frauli? Hallo! Frauli! Dein kleines Hamsti ist in Not! Huhu! Hört mich wer?

Wellensittiche, hallo meine lieben Freunde! Hört ihr mich? Hiiier bin ich! Wenn ihr bitte mal ordentlich los zetern möchtet (ich kann das ja nicht), dann gebe ich euch was von meinem Futter ab! Wirklich!

Haaaallooooo! Ist da jemand?

Hmm … ich muss wohl warten, bis Frauli-Wesen mich entdeckt. Was mache ich denn einstweilen? Vielleicht eine Runde schlafen. Eine andere Beschäftigung bietet sich nicht an. Hilft vielleicht auch gegen meinen aufkeimenden Hunger. Hier gibt es nichts zu fressen. Muss darüber mal ein paar Takte mit meinem Frauli-Wesen plauschen. Also gut, dann ist Nachtruhe angesagt.

Ptschpüühhh. Ptschpüühhh. Ptschpüühhh.

————–

Ptsch… oh! Höre ich etwas? Ich glaube, mein Frauli kommt! Erlösung aus meiner Pein!
(„Scheibenhonig! Die Käfig-Tür ist offen!“)
Jaa, genau, Frauli!
(„Wo ist denn meine Billie?“)
Da bin ich, Frauli, daaaa!
(„Schatzilein! Komm zu Frauli! Fressi, gutes Fressi!“)
Ja eh! Wenn ich könnte!
(„Nein, da auch nicht. Billie, wo bist du denn?“)
Hier, Frauli, hier! Das kann doch nicht so schwer sein! Streng dich an und such deinen kleinen Sonnenschein! Bitteee!
(„Ich höre doch was rascheln, woher kommt das denn?“)
Von mir, Frauli, von mir!

Ende gut, alles gut

„Ah, da bist! Im Mistkübel! Hahaha! Meine Billie im Mistkübel!“
Ha. Ha. Sehr witzig. Erzähle es am besten deinem schwarzen Kästchen, dann habt ihr beide was zu lachen. 👿
„Wie bist du denn da hinein gekommen?“
Das ist eine laaange Geschichte voller Irrtümer und falscher Hoffnungen. 🙁
„Ah geh, meine Matte für die Spüle hast angeknabbert! Muss das sein? Hoffentlich hast nichts gefressen, das ist bestimmt nicht gut für dich. Haha, mein Schatzi der Ausbrecher!“
Nein. Nicht gefressen. Der Geschmack im Maul war ekelhaft genug.
„Aber eines sag ich dir, Billie, wenn du mir die Wasserschläuche angebissen hast, kommst ins Gulasch!“
Nein! 😯 Nichts angebissen! Ehrlich! Mag nicht ins Gulasch, wo immer das ist. 😯
„Wie bist du da bloß her gekommen, das Türl vom Kastel war doch zu? Asso! Über das Lüftungsgitter rein, dann hinter der Blende entlang gelaufen, vermutlich auf den Boiler gekrabbelt und dann in den Mistkübel geplumpst! So muss es gewesen sein.“
Besser könnte ich es nicht erzählen, Frauli.
Willst hier eigentliche noch länger herum stehen, oder kommst du auf die Idee, mich rauszuholen?
Nein! Von anfassen war nicht die Rede!
„So, Mädchen, jetzt geht’s zurück in deinen Käfig. Wirst Hunger haben. Die Schaumstoffmatte hat keinen Nährwert.“

Ja! Hunger! Fressi bitte, viel Fressi. Und danach ausgiebig schlafen!

 

Nächstes Kapitel: 9. Frauli ist böse auf mich
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